von Leonie Reuter (Kommentare: 0) in Kategorie » Teneriffa «
Wanderung um den Vulkan Chinyero
Heute wandern wir auf Teneriffa auf einem Rundweg um den Vulkan Chinyero herum. Die Wanderung bringt uns hinauf in die höheren Lagen der Teideausläufer. Auch wenn es dort auf 1500 Höhenmetern schon mal ein bisschen kälter sein kann, die wunderschönen Ausblicke und die bizarre Landschaft um den mit Schlacken übersäten Vulkankegel Chinyero sind auf jeden Fall einen Ausflug wert.
Durch Mandelbäume, Kiefernwälder und über Vulkangestein
Der Vulkan Chinyero
Wer mag, kann die Wanderung vom Kirchplatz des Ortes Santiago del Teide in einer Höhe von 1000 Metern beginnen. Der Wanderweg zum Chinyero ist auch von dort gut ausgezeichnet und verläuft zunächst parallel zum Wanderweg nach Arguayo. Doch wer mit dem Wagen anreist, sollte die einfachere Tour wählen und über den Ortsteil Valle Arriba zum Ausgangspunkt der Wanderung fahren. Die TF-82 führt durch den Ort Santiago del Teide hindurch. Nördlich hinter dem Ort in Richtung El Tanque, führt eine Straße rechts von der Hauptstraße in den Ortsteil Valle Arriba. Wenn wir auf der linken Seite eine weiße Kapelle hinter uns gelassen haben, biegen wir rechts auf eine kleine Straße ab.
Diese führt uns zunächst durch den Ort und danach immer weiter in weiten Serpentinen auf einem Fahrweg den Berg hinauf. Konditionsstarke Wanderer können auch diesen Abschnitt zu Fuß gehen. Einmal gabelt sich die Straße und wir halten uns rechts. Auf 1200 Höhenmeter erreichen wir auf einer Hochebene eine Art Wanderparkplatz. Hier befindet sich eine kleine weiße Kapellenmauer. Von diesem Platz starten mehrere gut ausgezeichnete Wandertouren.
Wir folgen dem breiten Weg in Richtung Chinyero in östlicher Richtung, der zunächst weiß/gelb/grün ausgezeichnet ist und mit dem Wanderweg nach Arguayo parallel verläuft. In den ersten 20 Minuten wandern wir durch eine Gegend mit vielen Mandelbäumen und Sträuchern. Doch dann biegt der Weg hinauf und führt uns über das erste schwarze Schlackenfeld. Hier gibt es keine Pflanzen, sondern nur noch schwarze Fels- und Lavabrocken.

Wanderparkplatz über Valle Arriba
Es geht einige Zeit lang weiter auf schlackigen gerölligen Wegen. Zur linken Seite können wir bereits in der Ferne den Teide liegen sehen, dem wir im Laufe der Wanderung noch ein wenig näher kommen werden. Auf der rechten Seite gehen wir unterhalb des Montana Bilma, einem markanten Vulkankegel vorbei.
Nach einiger Zeit kreuzen wir einen Wasserkanal und gehen für eine Weile wieder durch eher mit Sträuchern bestandenes Gebiet. Dann verläuft der Wanderweg nach Arguayo mit der Auszeichnung TF-60 auf dem Hauptweg geradeaus weiter, während wir auf einem schmalen Pfad etwas den Berg hinunter über einen schwarzen Geröllhang wandern. Nun folgen wir ausschließlich dem Wanderweg 43.3 mit der Auszeichnung zum Chinyero.
Der schmale Pfad führt uns von diesem Lavahang ständig bergan. Er kreuzt nach kurzer Zeit einen breiten Fahrweg und führt uns zwischen Kiefern, vereinzelnden Mandelbäumen und Felsen bergauf. Hinter einem großen einzeln stehenden Mandelbaum gelangen wir an einen Kiefernwald.
Der Chinyero und ein breiter Lavastrom
Kapelle am Startpunkt über Valle Arriba
Am Waldrand dieses Kiefernwaldes folgen wir dem Forstweg eine Weile bergauf. Zu unserer linken Seite befinden sich die schwarzen Fels- und Geröllreste eines breiten Lavastromes. Wir nähern uns dem Vulkan Chinyero. Der Chinyero (1556 Meter) liegt 10 Kilometer von dem Pico del Teide entfernt. Er brach vom 18. bis zum 27. November 1909 aus. Das war bislang der letzte Vulkanausbruch auf Teneriffa. Bei diesem Ausbruch wurden über 2 Quadratkilometer Land durch die ausströmende Lava verwüstet. Hier in der Nähe liegt auch der Vulkan Arenas Negras, der im Jahr 1706 große Teile der Hafenstadt und des Hafens von Garachico zerstörte.
Das ausgewiesene Naturschutzgebiet um den Vulkan Chinyero ist ein Ort von wissenschaftlichem Interesse. Die Naturwissenschaftler erkunden hier die Ökologie auf und am Rande der Lavafelder und stellen Forschungen zu dem Vulkanismus auf den kanarischen Inseln an. Das Naturschutzgebiet ist auch als besonderes Schutzgebiet für Vögel ausgewiesen. Beim Blick auf die gewaltigen Lavabrocken lässt sich unschwer die unheimliche Naturgewalt vorstellen, die hier mit gewaltigen Kräften diese Lavalandschaft hervor gebracht hat. Beeindruckend, aber auch ein wenig Angst einflößend. Wir können nur hoffen, dass so ein Vulkanausbruch so schnell nicht wieder passieren wird.
Circular Cinyero – rund um den Vulkan
Wandern durch Mandelbäume
Nach gut einer Stunde gelangen wir an den eigentlichen Rundweg um den Chinyero. Er ist 5,7 Kilometer lang und gut ausgeschildert und kann natürlich von beiden Seiten begangen werden. Wir gehen rechts herum. Der schmale Waldweg führt uns nun steil ansteigend in kleinen Serpentinen durch den Kiefernwald empor. Zurück blickend bieten sich wunderschöne Ausblicke auf die umliegenden Vulkane und die Geröllfelder, die von vielen nachgewachsenen grünen Kiefern umstanden sind.
Nach 1,5 Stunde haben wir fast 1600 Höhenmeter und damit auch den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht. An den sonnigen Felshängen unter einer hohen alten Kiefer finden wir einen wunderschönen Rastplatz mit Aussicht. Der Chinyero liegt auf der linken Seite sehr dicht vor uns und hebt sich mit seinen erdigen dunklen Farben von dem blauen Himmel kontrastreich ab.

Abzweig zum Chinyero
Von nun an, geht es auf dem Wanderweg fast durchgehen immer leicht bergab, während wir den Chinyero aus nördlicher Richtung betrachten können. Auf der anderen Seite liegt der 10 Kilometer entfernte Teide, der von hier zusammen mit dem alten Teide gleichfalls gut zu sehen ist.
Der Rundweg führt uns eine Zeit lang über einen schwarzen Sandweg, der mit Steinen eingefasst ist. Immer wieder bieten sich herrliche Ausblicke auf den Teide und den Chinyero. Dann endet der gut angelegte Weg und wir überqueren das große Geröllfeld unterhalb des Chinyero in südwestlicher Richtung. Hier auf den spitzen schwarzen Steinen wird es für die Füße wieder etwas ungemütlicher. Um uns herum nur Lava und große schwarze Steinbrocken. Wenn dann noch ein paar kühle Wolken aufziehen, wirkt die Gegend recht gespenstisch. Wir steigen auf einen kleinen Sattel mit einem besonders großen Felsbrocken hoch. Danach dauert es nicht mehr sehr lange und das Lavafeld ist überquert. Nach dem Lavafeld geht es noch fünf Minuten über einen kleinen Querweg. Dann haben wir unseren Rundweg auch schon beendet.
Geröll, Kiefernwald und Ausblick auf die Teidegipfel
Von diesem Punkt zweigen mehrere Wanderwege ab, so dass diese Tour auch noch erweiterbar und mit anderen Touren gut zu kombinieren ist. Wir aber gehen rechts am Waldrand wieder herunter und folgen dem Weg, den wir auch hier hochgekommen sind, zurück zum Wanderparkplatz.
Informationen:
Höhenunterschied: ungefähr 400 Meter vom Ausgangspunkt im Valle Arriba über Santiago del Teide. Doch durch Ab- und Aufstiege sind auf der gesamten Tour insgesamt mehr als 650 Höhenmeter auf und ab zu bewältigen.
Anforderung: Grundsätzlich handelt es sich um eine einfache, doch mit ihren 14 Kilometern auch bereits etwas längere Tour. Die Wanderroute verläuft zumeist über sehr gut ausgezeichnete Wanderwege. Es geht nur wenig an Abgründen oder auf schmalen Wegen entlang. Dafür häufig durch Wald. Vereinzelt etwas ungemütlich zu gehen, wenn der Weg über geröllige Lavafelder geht. Da die Wanderung auf 1200 Höhenmeter beginnt und bis 1600 Höhenmeter hoch geht, kann es schon mal etwas kühler werden, so dass etwas warmes zum Anziehen und auch eine Regenjacke mitgenommen werden sollten. Bei schlechtem Wetter, wie bei Sturm, Regen und Nässe lohnt sich die Wanderung nicht, da dann neben der Kälte und Wandern durch Wolken auch keine Aussicht da ist.
Teideblick
Startpunkt: Ein Parkplatz für Wanderer an einer kleinen Kapelle über dem Valle Arriba bei Santiago del Teide. Wer nicht mit dem Wagen anreisen möchte, kann mit dem Bus (u. a. halten dort die Linien 342 und 460) nach Santiago del Teide fahren und zu dieser Stelle vom Kirchplatz aus hoch laufen. Dann ist allerdings pro Weg noch eine weitere Stunde einzukalkulieren. Alternativ kann die Runde um den Chinyero auch von dem Ort San José Llanos, der über die TF-373 zu erreichen ist, angegangen werden.
Zeit: reine Wanderzeit gute 4 Stunden. Bei einem Start in Santiago del Teide sind hingegen gute 6 Stunden einzuplanen.
Hinweise: Diese Tour ist nicht sehr anspruchsvoll. Allerdings sollte ein wenig Kondition vorhanden sein. Doch lohnt es sich diesen ausblickreichen Wanderweg tatsächlich nur bei gutem Wetter zu gehen. Daher auf jeden Fall die Wettervorhersage beachten.
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