von Thomas Vollmer (Kommentare: 0) in Kategorie » Gran Canaria «
Naturschutz und Massentourismus in den Dünen von Maspalomas
Naturschutz und Massentourismus unter einen Hut zu bringen, ist nicht selten ein recht schwieriges Unterfangen, wenn nicht gar unmöglich. Im Süden Gran Canarias scheint es jedoch einigermaßen zu klappen. Die Dünen von Maspalomas gehören für die zahlreichen Urlaubsgäste unbestritten zu den wichtigsten Attraktionen der Insel. Neben dieser Bedeutung für die Ferienindustrie stellen sie jedoch auch einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Tierarten dar, der in mancher Hinsicht einzigartig und außergewöhnlich ist.
Beeindruckende Vielfalt an Tierarten
Besonders in der Lagune, die nicht nur von den imposanten Sanddünen, sondern auch von den unzähligen Hotel- und Apartmentanlagen von Meloneras, Maspalomas und Playa del Inglés umgeben ist, tummeln sich Vögel und Insekten, die an anderen Stellen der Kanaren nicht heimisch oder schon verschwunden sind. Neben den einheimischen Arten, die in den Dünen zuhause sind, machen auch zahlreiche Zugvögel auf ihren langen Reisen gerne Station in der Touristenattraktion im Süden Gran Canarias. Etwa 100 verschiedene Tierarten, Insekten, Fische und Vögel haben sich die Lagune in den Dünen als Wohnsitz auserkoren. Dass dieser täglich von tausenden von Touristen umringt wird, scheint sie bislang nicht sonderlich zu stören. Experten sind sich jedoch einig in der Einschätzung, dass dies nur so bleiben kann, wenn dieser Hotspot der Biodiversität auch in Zukunft umfassend geschützt ist.
Die Umweltschutzbehörde der Inselregierung hat deshalb beschlossen, die Schutzmaßnahmen rund um die Lagune auszuweiten und den Zugang zu dem Biotop weiter zu reglementieren. In der Vergangenheit ist es oftmals – sei es durch Unkenntnis oder auch vorsätzlich – vorgekommen, dass sich Einheimische und Touristen der Lagune derart genähert haben, dass wichtige Verhaltensmuster der tierischen Bewohner dadurch nachhaltig gestört sind. Dies will man in Zukunft effektiv verhindern. Unter anderem will man mit Hinweisschildern in spanischer, englischer und deutscher Sprache auf die Verbote aufmerksam machen und das Verständnis für den Natur- und Tierschutz fördern. Das Schutzgebiet rund um die Lagune macht jedoch nur eine Fläche von etwa 12 % der gesamten Dünenlandschaft aus, so dass auch den Strandspaziergängern und Sonnenanbetern noch genügend Raum bleibt, um die Schönheit dieser beeindruckenden Region nutzen und genießen können.
Neue Schutzmaßnahmen für Regenpfeifer und Grabwespe
Nur durch diese erweiterten Maßnahmen kann sichergestellt werden, dass die Lagune auch in Zukunft, wie in den vergangenen 50 Jahren, in denen der Tourismus rund um dieses einzigartige Biotop beständig gewachsen ist, für die ursprünglichen Bewohner noch attraktiv ist. Würde auf die Belange der Natur nicht geachtet, so wäre es wohl nur eine Frage der Zeit, bis zum Beispiel der äußerst seltene und bedrohte schwarzfüßige Fluss-Regenpfeifer, der hier noch anzutreffen ist, von der Bildfläche verschwinden würde. Auch die große Vielfalt an Grabwespenarten, die so nur in den Dünen von Maspalomas zu finden ist, wäre auf Dauer bedroht und ginge für zukünftige Generationen verloren, wenn nichts für ihren Schutz getan würde.
Für alle Besucher, die Gäste der touristischen Anlagen wie für die Einheimischen, die rund um diese beeindruckende Naturlandschaft leben, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, die neuen Regelungen zu befolgen und die Ausweitung der Schutzzone zu akzeptieren. Nicht nur unsere Kinder und Enkel, sondern auch der schwarzfüßige Fluss-Regenpfeifer, der sich weiterhin in der Lagune wohl fühlen kann und die Grabwespen, die sich kein neues Revier suchen müssen, werden es ihnen danken.
Kommentare
Einen Kommentar schreiben