von Thomas Vollmer (Kommentare: 0) in Kategorie » Gran Canaria «

Mit autofreien Zonen und attraktiven Events gegen den Kundenschwund

Ob „Traspaso“, „Se vende“ oder „Se alquila“, die Botschaft ist immer die gleiche: hier hat es wieder einmal jemand nicht geschafft. Früher haben sich die Menschen in den Bars und Cafés von den Strapazen des Shoppings im Corte Inglés oder in den zahlreichen Boutiquen und Galerien erholt. Heute findet man immer häufiger leere Tische auf den Terrassen. Das fehlende Geld hält die Menschen davon ab, die einst so quirlige Innenstadt von Las Palmas zu besuchen. Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß, inmitten des tosenden Autoverkehrs über den Boulevard zu bummeln. In den Bars an der Straße genießt man seinen Cortado mit freiem Blick auf die nächste Kreuzung.

Das Zentrum stirbt

Langsam, aber scheinbar unaufhaltsam stirbt das Zentrum der Hauptstadt rund um die berühmten Shoppingmeilen von León y Castillo und Juan XXIII. Immer mehr Geschäftsinhaber müssen aufgeben, weil die Umsätze längst nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten stehen. Und je mehr diesen Schritt gehen müssen, umso unattraktiver wird die gesamte Umgebung. Leerstände und zugeklebte Fensterfronten machen ein Einkaufsviertel nicht gerade attraktiver.

Um diesen Trend zu stoppen, haben sich die Unternehmer in der City nun neu organisiert. Mit verschiedenen Maßnahmen wollen sie die Menschen zurückholen. Denn die geben ihr weniges Geld mittlerweile lieber woanders aus. So sind beispielsweise die großen Shoppingmalls am Stadtrand oder die von Geschäften gesäumte Fußgängerzone der Triana beliebte Ziele. Hier kann man auf schön angelegten Plätzen auf angenehmere Art eine Pause einlegen, als im automobilen Chaos der Innenstadt.

Dieses entspannte Flair wollen die Geschäftsleute der City nun auch in ihrem Bereich entstehen lassen. In verkehrsberuhigten Zonen und reinen Fußgängerstraßen sollen die stinkenden Vehikel keinen Platz mehr haben. Die Menschen, nicht das Auto und die Parkplätze sollen in Zukunft die Planung in der Stadt bestimmen. Bald gibt es Platz für lauschige Terrassen vor den Lokalen sowie Tische und Stühle auf den Bürgersteigen. Hinzu kommen viel mehr grün und kleinere Straßen. Ziemlich genau so, stellen sich zumindest die Geschäftsleute die Zukunft vor.

Vereinigung der Kaufleute will endlich aktiv werden

Ángel Jiménez Hernández, Geschäftsführer der Asociación de Empresarios y Profesionales Centro Las Palmas, hat nun begonnen. Er möchte die Reihen der Mitglieder schließen und das Gespräch mit der Stadtverwaltung suchen. Außerdem fand ein erstes Gesprächmit der für den Bezirk zuständigen Stadträtin Maria Amador statt. Es ging darum zu prüfen, in welcher Form die kommunalen Stellen die Erneuerungspläne unterstützen können.

Auch den Vertretern der Kaufmannschaft ist bewusst, dass die krisengeschüttelten öffentlichen Kassen der Stadt nicht gerade mit Reichtümern gefüllt sind. Deshalb setzt man auf eine Politik der kleinen Schritte. Schon etwas mehr Sauberkeit durch eine regelmäßigere Reinigung der Straßen und Plätze wäre eine positive Maßnahme in die richtige Richtung. Durch gezielte Aktionen, Feste und Events, die in neu zu schaffenden gastronomischen Meilen stattfinden könnten, soll die renovierte City den abgewanderten Bürgern wieder näher gebracht werden. Durch die Umleitung des Verkehrs und die Schaffung autofreier Zonen könnte nach Ansicht der Geschäftsleute mit relativ einfachen Mitteln ein attraktives Umfeld für derartige Aktionen geschaffen werden.

Nur gemeinsam zum Erfolg

Àngel Jiménez, dem Vertreter der Kaufleute, ist es wichtig zu betonen, dass man aber nicht nur fordern, sondern auch selbst aktiv werden will. Dazu ist es nötig, dass sich möglichst viele der vom Kundenschwund betroffenen Geschäfte an den geplanten Aktionen beteiligen. Noch vor zwei Jahren gab es in der Zone mehr als 4.000 Geschäfte, jetzt werden es Monat für Monat weniger. Um diesen Trend endlich zu stoppen und wieder umzukehren, ist nach Ansicht aller Beteiligten noch eine ganze Menge Arbeit notwendig. Die aber nur bewältigt werden kann, wenn möglichst viele aktiv an ihrer Erledigung mitwirken, anstatt nur darauf zu hoffen, dass einige Wenige schon das Notwendige dafür tun werden. „Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen,“ so Jiménez, „müssen alle an einem Strang ziehen, nur dann haben wir eine reelle Chance auf eine attraktive City.“

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