von Thomas Vollmer (Kommentare: 0) in Kategorie » Teneriffa «

Wein unterm Hammer

Dass Häuser und Autos versteigert werden, weil ihre Besitzer die Steuern nicht mehr bezahlen konnten, kommt immer wieder vor. Jetzt wollen die Finanzbehörden auch mit anderen Dingen Kasse machen. Am 18. September um 9 Uhr am Morgen gibt es im Edificio Usos Múltiples II so etwas wie eine Premiere. Dann versteigert man zum ersten Mal Güter, die man über den Hafen in Santa Cruz auf die Insel bringen will. Dass dafür Zoll und Steuern anfallen, haben wohl manche der verhinderten Importeure bei der Bestellung vergessen. Weil sie diese Abgaben dann nicht zahlen wollten oder konnten, kommen die Importgüter jetzt unter den berühmten Hammer.

Ausschließlich Neuware

Die angebotenen Artikel, bei denen es sich ausnahmslos um Neuware handelt, kann man zuvor nach Absprache besichtigen. Eine Terminvereinbarung kann telefonisch unter der Nummer 922 01 56 37 oder per Mail unter der Adresse enajenaciones@grecasa.org getroffen werden. Erste Informationen zu den Artikeln und den Mindestgeboten erhält man auch auf der Regierungsseite im Internet.

Versteigern will man diesem Tage u.a. 45 Kisten Wein. Ein Crianza aus dem Jahre 2008 und ein Vino Monopole Siglo XXI 2012 könnten für Freunde eines guten Tropfens oder den Besitzer eines guten Restaurants interessant sein. Nicht nur für Wirte, sondern auch für Feuerwehrleute ist bei der Versteigerung etwas dabei. Feuerlöscher verschiedener Art und Größe sind unter den angebotenen Dingen ebenso zu finden wie Ersatzteile und Zubehör für Fahrzeuge. Wer also gerade neue Stoßdämpfer für seine Mercedes S-Klasse benötigt, könnte bei der Versteigerung etwas finden, genauso wie die Besitzer von Schuhgeschäften, auf die eine Partie von 60 Paar Damenschuhen wartet. Für Menschen, die gerne mal untertauchen, wird bei der Auktion die nötige Ausrüstung angeboten. Taucheranzüge, Flossen und andere Sportgeräte zur Erkundung der Unterwasserwelt stehen bei der Veranstaltung zum Ersteigern bereit.

Angebote im verschlossenen Umschlag

Angebote müssen in einem verschlossenen Umschlag bis zum 17. September um 13.00 Uhr im Gebäude der Administración Tributaria Canaria in der Straße Tres de Mayo in Santa Cruz abgegeben werden.

Am nächsten Tag gibt man dann die glücklichen Gewinner bekannt. In jedem Fall sollte man natürlich die angebotenen Waren zuvor besichtigen und ggf. auch Einblick in die Begleitpapiere verlangen, um die genauen Bezeichnungen der Waren überprüfen zu können, was gerade bei den angebotenen Ersatzteilen für Fahrzeuge zu empfehlen ist, damit man nicht ausgerechnet die Stoßdämpfer erwischt, die gerade nicht passen.

Schnäppchen nicht immer möglich

Ob sich der Aufwand am Ende lohnt, kann wohl erst abschließend beurteilt werden, wenn die Auktion beendet ist. Die Chance, ein Schnäppchen zu machen, ist bei derartigen Versteigerungen nicht so groß wie allgemein angenommen wird. Da es auf Teneriffa jedoch die erste Veranstaltung dieser Art und der Bekanntheitsgrad noch nicht allzu hoch ist, könnte es diesmal noch klappen. Wenn aber aus einem ehemaligen Geheimtipp ein Massenereignis geworden ist, treiben unerfahrene Bieter die Preise oftmals in Höhen, die eine Auktion für den kühlen Rechner uninteressant macht. Für manche der Auktionsteilnehmer bleibt dann nur noch der Nervenkitzel, den auch Spieler im Casino verspüren. Bei dem auf Teneriffa gewählten Bieterverfahren mit geschlossenen Umschlägen ist diese Gefahr jedoch relativ gering, da die inspirierende Atmosphäre einer Live-Versteigerung fehlt. Und genau das macht es dann doch wieder interessant, ein Angebot abzugeben, um vielleicht günstig zu einem gut gefüllten Weinkeller zu kommen.

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