von Thomas Vollmer (Kommentare: 0) in Kategorie » Teneriffa «

Teneriffa mit neuen Vogelschutzgebieten

Vier Küstenstreifen auf Teneriffa und La Gomera sind von der nationalen Regierung als Vogelschutzgebiete ausgewiesen worden. In Anaga (Santa Cruz), Roque de la Playa (Santa Úrsula), Acantilados de Santo Domingo-Roque de Garachico (Garachico, Icod, La Guancha und San Juan de la Rambla). Sowie in Teno (Buenavista) auf La Gomera sollen die dort vorhandenen Vogelpopulationen in Zukunft besser geschützt werden. Insgesamt wurden im ganzen Land 39 neue Schutzzonen eingerichtet.

Gerade auf den Kanarischen Inseln ist der Schutz der Vogelwelt auch eng verbunden mit der Artenvielfalt der maritimen Umgebung. Das natürliche Gleichgewicht im Meer kann nur erhalten werden, wenn es auch auf dem Land stimmt. Das Leben an Land und im Meer ist in enger Weise miteinander verbunden.

Die neuen Vogelschutzgebiete sollen dazu beitragen, dass die dort ansässigen Arten ungestört brüten und leben und sich so ausbreiten können.

Das größte der neuen Vogelschutzgebiete ist mit 21,11 Quadratkilometern das der Acantilados de Santo Domingo und Roque de Garachico. Hier gibt es bedeutende Kolonien des Bulwer-Sturmvogels, des Schwarzschnabel-Sturmtauchers und des Madeirawellenläufers. Sie sollen sich hier in Zukunft ungestörter als bisher vermehren und die Region bevölkern.

Das kleinste Gebiet mit 1,89 Quadratkilometern befindet sich in der Gemeinde Santa Úrsula, im Gebiet von Roque de la Playa. Auch hier sind es die Bulwer-Sturmvögel sowie die Sturmtaucher, die ab sofort über den besonderen Schutz ihres Lebensraumes verfügen. Das Schutzgebiet in Anaga hat eine Größe von 7,7 Quadratkilometern und beheimatet ebenfalls eine bedeutende Zahl von Meeresvögeln, die sich auf ihrer Nahrungssuche zum Teil bis zu einhundert Kilometer von ihren Nestern entfernen.

Zwischen Teneriffa und La Gomera wurde ein weiteres Schutzgebiet für die Bewohner der Lüfte eingerichtet. Auf etwas mehr als 2 Quadratkilometern, in der Umgebung von Teno, können sich hier nun nicht nur die bereits erwähnten einheimischen Vogelarten, sondern auch durchziehende Schwärme anderer Spezien, die an dieser Stelle gerne Rast machen, über ein ungestörteres Leben freuen.

Einrichtung von Schutzgebieten allein reicht nicht

So erfreulich die Einrichtung dieser Schutzzonen auch ist, wenn, wie in dieser Woche auf Gran Canaria wieder geschehen, verantwortungslose Menschen ohne Rücksicht auf die Natur, nur um Geld zu sparen die Umwelt zerstören, dann nutzen auch die schönsten Vogelschutzgebiete nichts mehr. Das Öl, das die Küsten und Gewässer verschmutzt, unterscheidet nicht zwischen geschützten Lebensräumen und anderen Küstenabschnitten. Strengere Umweltschutzauflagen interessieren diese skrupellosen Geschäftemacher nicht im Geringsten. Sie zerstören nicht nur den Lebensraum von Meeresbewohnern und Vögeln, sondern auch den der Menschen.

Auch wenn ölverschmierte, elend verendete Vögel für kurze Zeit wieder für Empörung und Entsetzen sorgen, so sind diese Bilder schon bald wieder vergessen, wenn die nächste Nachricht über den Ticker läuft. Sich zu empören ist die eine Sache, sich aber aktiv einzubringen eine andere. Eine recht gute Möglichkeit, damit endlich anzufangen ist die, sich an den geplanten Aktionen der Gegner der Ölförderpläne von Repsol vor den Küsten der Kanaren zu beteiligen, damit die schönen neuen Vogelschutzgebiete nicht eines Tages so aussehen wie der Strand von El Cabrón auf Gran Canaria in diesen Tagen.

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