von Kathrin Switala (Kommentare: 0) in Kategorie » Teneriffa «

Moringa oleifera – Der Wunderbaum

Der ursprünglich aus Nordwestindien stammende Moringa oleifera ist auch als Meerrettichbaum bekannt. Den Namen verdankt er dem Gehalt an Senfglycosiden, weshalb die Wurzeln des Baumes auch stark nach Meerrettich riechen. Vor einigen Jahren fand der Moringa oleifera nun auch auf Teneriffa eine neue Heimat. Dort gibt es eine riesige Plantage mit fast 1 Million Bäumen. Die klimatischen Bedingungen der kanarischen Inseln sind bestens zur Kultivierung dieses Baumes geeignet, da sich sein Ursprungsland Indien auf dem selben Breitengrad befindet. Europaweit sind die Kanaren der einzige Ort, an dem dieses Wunderwerk der Natur wächst und gedeiht. Selbst die starke Hitze während des Calima, bei dem der heisse Wüstenwind oftmals auch den Sand aus der Sahara bis auf die Kanaren trägt, kann ihm nichts anhaben. Doch was genau macht diesen tropischen Baum eigentlich so besonders?

Der Wunderbaum – Moringa oleifera

Eine erste beeindruckende und äusserst wertvolle Eigenschaft des Moringa-Baumes ist die Fähigkeit, verschmutztes Wasser zu reinigen und zu desinfizieren. Dazu löst man die in den langen Schoten befindlichen Samen heraus, getrocknet und pulverisiert. Gibt man dieses Pulver nun in verunreinigtes Wasser, vereinigen sich Bakterien und Schwebstoffe zu Agglomeraten und sinken nach wenigen Minuten zu Boden, wo man sie problemlos abfiltern kann. Übrig bleibt reines Trinkwasser. Die beschriebene Wirkung hat man durch Labortests bestätigt und eine etweiige Schadwirkung auf den Menschen ausgeschlossen.

Um einen Liter Wasser zu reinigen benötigt man 0,2 Gramm gemahlenen Moringa Samen. Die wasserreinigende Eigenschaft dieses Baumes hilft gerade in den ärmeren Regionen der Erde im täglichen Kampf ums Überleben.

Gerade in Ländern mit Lebensmittelknappheit setzt man ihn vermehrt ein, um Anämie zu behandeln. In der Nähe medizinischer Stationen pflanzt man ihn, um die Blätter und Früchte an schwangere oder stillende Frauen, Babys und Kleinkinder zu verabreichen, denn die Blätter des Moringa-Baumes sind ein wahres Vitamin-Wunder. Sie haben einen hohen Gehalt an Proteinen, an verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Phosphor und Natrium. Die Werte liegen deutlich über denen anderer Nahrungsmittel. Darüber hinaus liefert die Pflanze Spurenelemente, Aminosäuren, ungesättigte Fettsäuren, Flavonoide und ausgleichende Phytoöstrogene sowie Antioxidantien.

Grundsätzlich kann man alle Bestandteile des Moringa-Baumes verzehren. Die Wurzel, deren Rinde leicht giftige Alkaloide enthält, sollte man vorab allerdings schälen.

Die Heilwirkungen des Moringa oleifera

In ostafrikanischen Ländern nutzt man den Moringa oleifera traditionell als natürliches Heilmittel. In den westlichen Ländern werden Produkte aus Moringa vor allem als Nahrungsergänzung und im Gesundheits- bzw. Wellnessbereich eingesetzt. Herkömmliche Vitaminpräparate werden immer mehr durch die beeindruckende Vielzahl an Inhaltstoffen vom Moringa abgelöst. Auch Sportler nutzen die Präparate zur Leistungssteigerung.

Die Phytoöstrogene helfen Frauen im mittleren Alter durch die ausgleichende Wirkung, besser durch die Wechseljahre zu kommen.

Das enthaltene Zeatin ist ein Phytohormon, welches als Botenstoff die Aufnahmefähigkeit von Vitalstoffen verbessert. Es ist auch als Anti-Aging-Stoff bekannt und hemmt die Bildung von Krebszellen.

Der Saft des Baumes hilft, den Bluckdruck zu stabilisieren und auch Alterszucker lässt sich damit hervorragend auf natürliche Weise behandeln. Die Blätter wirken unter anderem entzündungshemmend und die Wurzeln wendet man an, um rheumatische Beschwerden zu kurieren. Aus dem Samen lässt sich neben dem Pulver auch ein äusserst stabiles Pflanzenöl pressen, welches sehr lange haltbar ist. Im Ayurvedischen heisst es weiterhin, die Pflanze könne bis zu 300 Krankheiten heilen.

Die weitere Nutzung des Moringa-Baumes

Mittlerweile gibt es in Entwicklungsländern verschiedene Projekte zum Anbau, Vermehrung und vor allem Vermarktung des Samenpulvers und anderer Produkte, welche den Menschen dort die Möglichkeit schaffen sollen, eigenständig zu leben und ohne Hilfe von Aussen zu existieren.

Die Wurzeln und auch die jungen Schoten werden von den Menschen in Indien und den Ländern Ostafrikas teilweise als Gemüse verzehrt und die Blätter als Salat zubereitet.

Der Moringa-Baum ist der weltweit am schnellsten wachsende Baum, weshalb er in Afrika auch oftmals als Grenzmarkierung für Häuser und Farmen gepflanzt wird.

Das Öl des Baumes, welches auch als Behenöl bekannt ist, wurde früher als Schmierstoff in Uhren verwendet. Heute kommt es als Salatöl auf den Tisch oder dient der Seifen- und Kosmetikindustrie zur Herstellung ihrer Produkte.

Der natürliche Kreislauf schliesst sich letztlich mit der Verwendung als biologischen Dünger, indem man den frisch gepressten Pflanzensaft direkt auf die Blätter aufbringt.

Landwirtschaftlicher Hoffnungsträger in Kuba

Im Jahre 2012 propagierte der Revolutionsführer und ehemalige Präsident Fiedel Castro seine, in allen kubanischen Medien veröffentlichten, persönlichen Überlegungen zur Kultivierung des Moringa-Baumes als „unerschöpfliche Quelle für Fleisch, Eier und Milch“. Dabei wurde zu diesem Zeitpunkt der Anbau des Baumes bereits von staatlicher Seite gefördert, weil Moringa als günstige Quelle für pflanzliche Medizin und Nahrungsergänzungspräparate längst erkannt war. Zudem gilt der Anbau des Moringa-Baumes dort als landwirtschaftlicher Hoffnungsträger.

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