von Christian Günter (Kommentare: 0) in Kategorie » Teneriffa «
Kanarische Ägyptologen lassen den Himmel wieder strahlen
Auf einem strahlend blauen Untergrund präsentieren sich die Sterne des Firmaments in äußerst intensiven Farben mit einer beeindruckenden Ausdruckskraft.
In einem Grab bei Luxor, dem antiken Theben, hat man im August 2010 eine faszinierende Entdeckung gemacht. Eine Gruppe von ägyptisch-amerikanischen Archäologen fand dort die letzte Ruhestätte des nubischen Priesters Karakhamon. Im Rahmen von umfangreichen Ausgrabungen in der Region wurden die Wände und das Sternendach des Grabes zunächst freigelegt. Sowie Anschließend zur Restauration vorbereitet. Zwischen 5.000 und 6.000 Teile müssen die Experten nun zusammenfügen, um die Decke schließlich in altem Glanz erstrahlen zu lassen.
Molinero gilt als einer der profiliertesten Schriftforscher auf dem Gebiet der ägyptischen Hieroglyphen. Ein Grund dafür, ihm und seinem Team diese diffizile Arbeit zu übertragen. Die Inschriften auf den Wänden des Grabes erzählen von der Zeremonie des Wiegens des Herzens. Die auch auf zahlreichen Papyri der Epoche dargestellt wird. An der Decke ist der Himmel mit den Gestirnen und den Namen der Sterne zu sehen. Wie er so komplett selten zu finden ist.
Faszinierende Darstellungen

Universität in La Laguna – Foto aufgenommen von Maduroman. Für weitere Informationen bitte auf das Bild klicken.
Zu Beginn der Arbeit stand die Erfassung, Katalogisierung und Zuordnung der unzähligen Scherben und Fragmente, die anschließend zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden müssen. Die fünfhundert größten Fundstücke sind bereits in einen logischen Zusammenhang gebracht worden und lassen nun erahnen, wieviel Wissen und künstlerisches Talent bei der Schaffung dieser beeindruckenden Grabkammer nötig gewesen sind.
Molinero zeigt sich jedoch immer wieder erstaunt und begeistert von der Intensität der blauen Farbe des Himmels, die an manchen Stellen fast nichts von ihrer Kraft verloren hat. Nahezu 3000 Jahre alt sind die Darstellungen, die den Lauf der Gestirne darstellen und einen Eindruck davon vermitteln, welchen Einfluss die Sterne auf das Denken und Leben im 8. Jahrhundert vor Christus in der Zeit der 25. Dynastie des Ägyptischen Reiches gehabt haben müssen.
Es handelt sich bei den Darstellungen jedoch nicht um exakte, realitätsnahe Beschreibungen der Planetenkonstellationen, sondern um Bilder, die aus ihrer Bedeutung für den Glauben heraus betrachtet werden müssen und deshalb von Molinero auch nicht als wissenschaftliche, sondern als religiöse Darstellung eingeordnet werden.
Bis zur Vollendung der Arbeiten werden die Experten an der Universität von La Laguna noch mindestens ein Jahr benötigen.
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