von Thomas Vollmer (Kommentare: 0) in Kategorie » Teneriffa «

Gestrandet im Land ihrer Träume

Es waren insgesamt 140 junge Leute aus Spanien, die der Werbung der FU International Academy in Puerto de la Cruz auf Teneriffa geglaubt hatten. 15 von ihnen kommen von den Kanarischen Inseln.

15 junge Menschen von den Kanaren suchten Arbeit in Deutschland

Auch Claudia Rodríguez, eine 24 Jahre alte Sportlehrerin und Rubén Jiménez, ein 25-jähriger Ingenieur aus Las Palmas wollten nach Deutschland gehen. Um der Arbeitslosigkeit in ihrem Heimatland zu entkommen. Sie bewarben sich deshalb auf eine Anzeige der FU International Academy, in der ihnen versprochen wurde. Dass sie in Deutschland in einem Hotel im Service oder an der Rezeption Arbeit bekommen würden. Begleitet werden sollte der Berufseinstieg von einem 4- wöchigen Intensivsprachkurs, in dem sie auch sprachlich auf die neue Herausforderung vorbereitet werden sollten. Einzige Bedingung bevor sie die Reise nach Erfurt antreten konnten, war die Teilnahme an einem 150 Euro teuren Online-Sprachkurs. Den alle Interessenten an der FU International Academy absolvieren mussten. Um die neue Arbeit antreten zu können, waren darüber hinaus nur zwei Formulare auszufüllen. In denen lediglich nach Name und Kontonummern gefragt wurde.

Am 21. September ging es dann voller Hoffnungen und Erwartungen nach Deutschland. Doch schon kurz nach der Ankunft war die Enttäuschung groß. Sie mussten feststellen, dass die Unterkunft für die sie pro Person 250 Euro von ihrem nicht gerade üppigen Verdienst abgezogen bekommen, eine heruntergekommen Halle war. Die es in Erfurt mittlerweile als die „Spanierbaracke“ zu unrühmlicher Bekanntheit gebracht hat.

Große Enttäuschung schon kurz nach der Ankunft

Auf diesen ersten Schock folgte jedoch schon bald der zweite, der nicht der letzte sein sollte. Von dem Sprachkurs war plötzlich keine Rede mehr, die Arbeit im Hotel war nicht, wie versprochen eine Stelle an der Rezeption oder im Service des Restaurants. Sondern ein Job als Tellerwäscher oder Putzhilfe. Auch die Betreuung durch die Kontaktperson der FU International Academy in Deutschland war kaum hilfreich. Eine gewisse Frau Schmidt, die notwendige Genehmigungen für das Unternehmen aus Puerto de la Cruz in Deutschland eingeholt hatte. Sah sich nicht weiter für die jungen Menschen zuständig, da sie sich von FU ebenfalls betrogen fühlt.

Ohne Geld im Ausland

Für Claudia, Rubén und die anderen Betroffenen wird die Situation langsam sehr schwierig. Bislang haben sie weder die vorgestreckten Kosten für den Online-Sprachkurs und die Reisekosten in Höhe von 300 Euro erhalten. Noch ein Überbrückungsgeld von 500 Euro bis zum ersten Zahltag, das ihnen von der FU International Academy versprochen worden war.

Mittlerweile glauben die jungen Leute nicht mehr, dass sie wenigstens ihr mageres Gehalt von 818 Euro am Ende des Monats bekommen werden. Selbst wenn sie bezahlt werden sollten, blieben ihnen lediglich 450 Euro übrig. Da ihnen ihr Arbeitgeber für die täglichen Fahrkosten von der Halle zum Hotel 50 Euro, für Unterkunft und Verpflegung 250 und für eine Krankenversicherung 68 Euro berechnet.

Wahrscheinlich werden die desillusionierten Arbeitssuchenden aber gar nicht so lange in Deutschland bleiben können. Denn bei vielen von ihnen reicht das Geld nur noch für wenige Tage. So wird der Traum von einer Karriere in Deutschland wohl schon bald mit einer herben Enttäuschung enden und 140 ehemals hoffungsvolle Menschen in die Arbeitslosigkeit ihres Heimatlandes zurückkehren. Von der FU International Academy, die auch umgekehrt Auslandsaufenthalte für deutsche Auszubildende FU Teneriffa organisiert. War bislang keine Stellungnahme zu den Vorgängen zu bekommen.

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