von Thomas Vollmer (Kommentare: 0) in Kategorie » Teneriffa «

Anaga-Gebirge auf Teneriffa ist jetzt UNESCO-Biosphärenreservat

Anaga-Gebirge offiziell Biosphärenreservat
Als letzte Insel des Kanarischen Archipels kann sich seit gestern auch Teneriffa mit einem UNESCO-Biosphärenreservat schmücken. Das Anaga-Gebirge im Nordosten der Insel wurde am Mittwoch offiziell in die Liste der weltweit 651 Biosphärenreservate aufgenommen. Der bis zu 2000 Meter hohe Gebirgszug, der sich auf eine Fläche von 48.728 Hektar erstreckt, konnte die Kommission vor allem mit seiner reichen Fauna überzeugen. Neben zahlreichen Reptilienarten sind in dem Gebiet auch viele außergewöhnliche Vögel und sogar seltene Fische zu Hause.

Das Biosphärenprogramm der UNESCO hat sich zum Ziel gesetzt, ökologisch wertvolle Gebiete nachhaltig zu entwickeln. Nicht klassischer Umweltschutz steht hier im Vordergrund, sondern das Zusammenleben von Mensch und Natur. Der Mensch wird hier nicht als Eindringling, sondern als Teil der Natur betrachtet. Erforscht werden soll in diesem Projekt, wie der Mensch verantwortungsvoll mit seiner Umwelt umgehen kann, ohne auf eine Nutzung der vorhandenen Ressourcen zu verzichten.

Im Falle des Anaga-Gebirges sind dies etwa 22.000 Menschen, die sich vornehmlich mit Landwirtschaft und Fischerei beschäftigen. Besonders die Ziegenhaltung ist dem Gebiet weit verbreitet. Außerdem sorgen einige Bewohner des neuen Reservats für die Aufforstung der Waldgebiete des Gebirges.

Das älteste Biosphärenreservat auf den Kanaren ist die Insel La Palma, die schon 1983 in das Programm aufgenommen wurde. Seit 2002 ist die gesamte Insel Teil des Projektes. 1993 war Lanzarote die erste Insel überhaupt, die man in ihrer Gesamtheit für würdig befunden hatte, den Titel UNESCO-Biosphärenreservat zu tragen. Im Jahr 2000 folgte El Hierro. Etwa die Hälfte der Fläche Gran Canarias ist seit 2005 ebenfalls Teil des Schutzprogramms. Fuerteventura stieß 2009, La Gomera 2012 dazu. Mit dem Anaga-Gebirge hat nun auch endlich die größte Insel des Archipels ihr eigenes Reservat.

(Foto von Willi Winzig/flickr.com Lizenz: BY-NC)

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