von Kathrin Switala (Kommentare: 0) in Kategorie » La Palma «

Wahrzeichen von Barlovento gefallen

Der Kanarische Drachenbaum ist ein nordafrikanisch-makaronesicher Endemit und hat sich auf Gran Canaria, Teneriffa und La Palma verbreitet. Er kann bis zu 20 Metern in die Höhe wachsen, ist aber eigentlich gar kein Baum. Er zählt zu den Spargelgewächsen und ist gerne in angelegten Gärten gepflanzt. In freier Natur dagegen findet man ihn eher selten und oft nur in schwer zugänglichen Schluchten. Auf La Palma sieht man ihn vor allem in den nördlichen Regionen in felsigem Gelände.

Der Drago kann enorme Mengen an Wasser speichern und kommt daher ohne zusätzliche Bewässerung über die trockenen Sommer. Er ist somit also bestens auf hiesige Bedingungen eingestellt. Erhält er mehr Wasser, als er speichern kann, wird sein Stamm weich und kann faulen.

Drago in Barlovento zu stark bewässert?

Dem riesigen Drago in der nördlichen Gemeinde Barlovento wurde dies wohl zum Verhängnis, denn er brach am heutigen Tage unter seiner eigenen Last zusammen und fiel um. Der Baum wurde bereits in den 70er Jahren gepflanzt und bildete den Mittelpunkt der Gemeinde. Eingerahmt von Natursteinmauern war er ein beliebter Treffpunkt, an dem sich die Bewohner von Barlovento gerne zu einem Plausch trafen. Erst vor kurzer Zeit hatten Fachkräfte auf die enorme Last durch einige schwere Äste hingewiesen und empfahlen, diese zu entfernen. In diesem Sommer sollte der Baum zurückgeschnitten werden, leider zu spät.

Glücklicherweise befand sich zum Zeitpunkt niemand an dem so beliebten Platz und so hatte der Vorfall keinen weiteren Schaden verursacht. Die Sache hätte auch schlimmer ausgehen können, denn am vergangenen Samstag fand in der Gemeinde erst die sportliche Veranstaltung Desafio NEP statt, die in unmittelbarer Nähe des Drago gestartet wurde.

Arbeiter der Gemeinde sind nun damit beschäftigt, den Drago mittels Motorsäge vom Platze zu entfernen. Dann soll dort ein neuer Baum seiner Art gepflanzt werden. Die Gemeinde verliert dadurch eines ihrer Wahrzeichen und ein bei Touristen sehr beliebtes Fotomotiv. Zumindest aber wird der Platz weiterhin eine kleine grüne Oase inmitten der Häuserzeilen sein. Einige Anwohner hatten befürchtet, dass an dieser Stelle nun ein steinerner Brunnen oder etwas derartiges entstehen würde.

Drachenbaum auf Liste bedrohter Arten

Bis zur ersten Blüte eines Drago vergehen ganze 8 bis 11 Jahre. Erst danach beginnt er sich unterhalb dieser Blütenstände zu verzweigen. Die nächste Blüte setzt dann erst wieder nach weiteren 15 Jahren ein und so bilden sich im Laufe vieler Jahrzehnte nach und nach die charakteristischen Schirmkronen aus. Der urwüchsige Baum steht auf der roten Liste bedrohter Arten, da sein roter Saft, das sogenannte „Drachenblut“ früher vielerlei Verwendung fand und die Bäume oftmals einfach umgeschlagen wurden, um diesen Saft zu gewinnen.

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