von Thomas Vollmer (Kommentare: 0) in Kategorie » Kanaren «

Tourismus auf den Kanaren: Wer soll das bezahlen?

Auf Teneriffa sind es die Nationalparks, die Begehrlichkeiten wecken. Die Frage, ob man in Zukunft Eintrittsgelder für Aktivitäten in den geschützten Gebieten erheben soll, bewertet die Politik unterschiedlich. Auf den Balearen gibt es sie schon, die „Eintrittsgelder“ für die Nationalparks. Und auch auf den Kanaren denkt man verstärkt darüber nach, eine solche Gebühr zu erheben. Im Gespräch ist ein Betrag von 2 Euro für jegliche sportliche Aktivität und 5 Euro, wenn offizielle Wettkämpfe ausgetragen werden. Wer einfach nur wandern will, muss derzeit auf den Balearen die Abgabe noch nicht entrichten. Allerdings werden sich Spaziergänger nicht mehr lange über diese Ausnahme freuen können, da man plant, in Zukunft auch sie zur Kasse zu bitten.

Die Meinungen zu diesem Thema gehen auf Teneriffa, auch innerhalb der verschiedenen Parteien und politischen Gruppierungen stark auseinander. Konsens besteht bei allen darin, dass man die sportlichen Aktivitäten in der Natur fördern muss, um mehr Besucher auf die Insel zu holen. Doch damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Die einen glauben, dass eine Gebühr dabei nur kontraproduktiv wirken könnte. Die andere Seite hält es für unumgänglich, diejenigen, die die Parks nutzen, auch an den Kosten zu beteiligen. Die Pflege und Sicherung der Wege, zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der empfindlichen Ökosysteme und die Instandhaltung von öffentlichen Gebäuden und Plätzen in den betroffenen Gebieten kostet nun einmal Geld. Aber die Frage, ob und wenn ja, wer überhaupt zahlen soll, wird unterschiedlich bewertet.

Verschiedene Vorschläge stehen hier im Raum. Eintrittsgelder ausschließlich für Touristen und freien Zugang für Residenten auf den Kanaren ist eine der Optionen. Zahlen sollen alle, eine andere. Ausnahmen für Menschen mit geringem Einkommen sind ebenfalls angedacht. So groß wie die Zahl der Diskutanten ist auch die Anzahl der unterschiedlichen Meinungen, die in dieser Frage vertreten werden. Bis man zu einer endgültigen, einvernehmlichen Lösung gelangt, wird es deshalb wohl noch einige Zeit dauern.

Unternehmer beschweren sich über steigende Abgaben durch die Gemeinden

Ein anderes Problem wird aktuell in San Bartolomé de Tirajana, der größten Touristengemeinde auf Gran Canaria, angeregt diskutiert. Aber auch hier geht es am Ende um Geld für Maßnahmen, die man zur Erhaltung bzw. Modernisierung der in die Jahre gekommenen fremdenverkehrstechnischen Infrastruktur benötigt. Die Unternehmen des Sektors beklagen die stetig steigende Abgabenlast, die ihnen die Gemeinde auferlegt, um das Erscheinungsbild des öffentlichen Raumes zu verbessern. Einige der Gebäude und Installationen befinden sich in einem Zustand, der dem Image eines modernen und gepflegten Ferienortes entgegensteht. Um aktuelle Projekte durchführen zu können, sollen die Tourismusunternehmen eine Vereinbarung mit der Stadt unterzeichnen, die sie dazu verpflichtet, sich an den Kosten zu beteiligen. Bislang waren die Vertreter der Gemeinde beim Sammeln der Unterschriften jedoch nicht besonders erfolgreich. Die Unternehmer beklagen die eh schon hohen Gebühren, die sie an die öffentlichen Kassen abführen müssen. Gelder, die ihnen für die Renovierung ihrer eigenen Häuser angeblich fehlen.

Wie auch immer, Klagen gehört für jeden guten Kaufmann zum Handwerk. Und die öffentliche Hand wird nicht müde, ständig neue Einnahmequellen zu suchen. Im Falle von San Bartolomé ist das aber nun nicht ganz so notwendig, gehört sie doch zu den wenigen Gemeinden in Spanien, die einen Überschuss in ihren Kassen zu verbuchen haben. Als eine der reichsten Städte des Landes kann sie sich Prestigeprojekte leisten, von denen andere nur träumen können.

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