von Thomas Vollmer (Kommentare: 0) in Kategorie » Kanaren «

Mit Qualität die Zukunft bauen

Beim täglichen Blick in die Zeitung kommt zur Zeit meist wenig Freude auf. Ständig gibt es dort neue Horrornachrichten aus Wirtschaft und Politik. Geeignet, um ein ganzes Volk in eine tiefe Depression zu stürzen. Arbeitslosenzahlen, die jenseits aller bislang bekannten Grenzen liegen. Menschen, die aus ihren Häusern vertrieben werden, weil sie ihre Hypotheken nicht mehr bedienen können. Zusätzlich Kriminalitätsraten, die wie die Kennziffern der Wirtschaft nur eine Richtung kennen, allerdings eine gegensätzliche.

Sowie die Wirtschaft immer neue Tiefstände erreicht, steigt die Zahl der Einbrüche und Überfälle auf den Kanaren. In Höhen, die bis vor kurzem noch niemand für möglich gehalten hätte. Auch wenn man nun nicht davon reden kann, dass die Kanarischen Inseln ein besonders gefährliches Pflaster wären, so gibt die gerade veröffentlichte Kriminalitätsstatistik doch zu denken. Denn sie weist eine Vervierfachung der Einbruchsrate in Santa Cruz de Tenerife innerhalb eines Jahres aus. Wenn die Menschen keine Perspektive haben, ist der Schritt in die Kriminalität schnell getan.

Trotz aller Negativschlagzeilen ist das Land aber nicht in tiefer Agonie versunken. Das liegt in erster Linie daran, dass es immer auch Menschen gibt, die an eine bessere Zukunft glauben. Dafür haben sie gute Gründe, konkrete Vorstellungen und auch praktische Vorschläge. Die in Las Palmas erscheinende Tageszeitung La Provincia befragt anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Gründung der Autonomen Region der Kanaren junge Menschen, wie sie sich die Inseln in 30 Jahren vorstellen. Ihre Vision für eine bessere Zukunft und ihre Rezepte für die positive Gestaltung ihres Lebens interessieren die Reporter.

Einer von ihnen ist Braulio Simancas. Er hat in der Tat eine Menge Rezepte. Denn er arbeitet als Koch in der Tasca El Callejon in Santa Cruz auf Teneriffa. Auf La Gomera geboren hat er dort gelernt, dass man die eigenen Stärken nutzen und ausbauen muss. Vor allem, wenn man Erfolg haben will. Und Stärken haben nach seiner Ansicht die Kanarischen Inseln eine ganze Menge. Sie werden nur noch nicht ausreichend genutzt. Für Simancas ist es wichtig, dass sich die Kanaren in Zukunft stärker profilieren. Er ist davon überzeugt, dass die Inseln das Potenzial haben, zu einem Ziel für Menschen mit gewissen Standards zu werden. Ein Standard, für den sie auch gerne etwas mehr ausgeben.

Die Kanaren sollen ein Ziel für das qualitätsbewusste Klientel werden

Strand und Sonne gibt es auch woanders. Diese Standortvorteile sind zwar eine gute Basis, aber längst kein Alleinstellungsmerkmal. Der Koch geht davon aus, dass auch in den kommenden 30 Jahren der Tourismus der Schlüssel zu einem besseren Leben ist. Das Rezept heißt Qualität. So wie für ein hervorragendes Gericht erstklassige Zutaten unverzichtbar sind, so gilt dies für ihn auch in anderen Lebensbereichen. Die einfachen, ursprünglichen, aber in exzellenter Güte vorhandenen Ingredienzien sind es, die das Besondere ausmachen. Nicht die Menge der Zutaten, sondern die Qualität führt zum Erfolg. Eine fundierte Ausbildung und die Wertschätzung der Produkte aus der heimischen Landwirtschaft haben ihn zu einem erfolgreichen Koch gemacht. Dieser persönliche Erfolg, davon ist Braulio Simancas überzeugt, lässt sich mit dem gleichen Rezept auch auf die gesamte Tourismusbranche ausdehnen.

Mit Qualität und dem gewissen Extra, das an anderen Orten nicht zu bekommen ist, werden die Menschen auch in 30 Jahren noch gerne auf die Kanarischen Inseln kommen, und eben nicht nur wegen Sonne und Meer, sondern weil sie wissen, dass sie hier etwas ganz Spezielles von besonderer Qualität bekommen. Wenn es gelingt, diesen Exzellenzgedanken in die Köpfe der Menschen zu bekommen und ihn umzusetzen, dann, so glaubt Simancas, werde man in drei Jahrzehnten stolz sein, aus der heutigen Krise gestärkt hervorgegangen zu sein. Auch wenn es noch ein schwerer Weg wird, so ist doch erfreulich zu sehen, dass es junge Menschen gibt, die die Hoffnung nicht aufgegeben haben und bereit sind etwas zu tun, um die Zukunft in ihrem Sinne positiv zu gestalten.

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