von Thomas Vollmer (Kommentare: 1) in Kategorie » Kanaren «

Kanaren werden zum Weltraumbahnhof

Swiss Space Systems oder kurz S3, so heißt das eidgenössische Unternehmen, das zwischen 60 und 90 Millionen Euro auf den Kanarischen Inseln investieren will, um von hier aus Flüge in den Weltraum zu organisieren. 175 hoch spezialisierte Arbeitsplätze sollen so entweder auf Gran Canaria oder Fuerteventura entstehen. 100 dieser neuen Stellen könnte man mit lokalen Kräften besetzen.

Geografische Lage gab den Ausschlag

Die Kanarischen Inseln wurden als Standort für das Projekt in erster Linie deshalb ausgewählt, weil sie durch ihre geografische Lage im Atlantik Starts und Flüge sowohl in südlicher als auch in nördlicher Richtung erlauben, ohne dass man dabei bewohntes Gebiet überfliegen muss. Darüber hinaus waren allerdings auch wirtschaftliche Gründe von erheblicher Bedeutung.

Fördergelder und die steuerlichen Vorteile in der Zona especial Canarias haben, ebenso wie der gute Ruf der spanischen Raumfahrttechniker, dazu beigetragen, dass sich die Investoren für die Kanaren als Sitz ihres neuen Unternehmens entschieden haben.

Das Projekt wird anlässlich des Foro Internacional de Turismo Maspalomas Costa Canarias auf dem Gelände der ExpoMeloneras im Süden Gran Canarias am 12. Dezember ausführlich vorgestellt. Das Schweizer Unternehmen will bereits im kommenden Jahr mit seinen Aktivitäten auf den Kanarischen Inseln beginnen. Zunächst will man sogenannte Parabelflüge anbieten, bei denen man die Schwerelosigkeit simuliert. Dabei werden mit einem Airbus Flugmanöver so durchgeführt, dass währenddessen die Anziehungskraft der Erde kurzzeitig aufgehoben ist und so das Phänomen der Schwerelosigkeit eintritt. Wer also beabsichtigt, irgendwann einen Ausflug in den Weltraum zu starten, kann sich auf diese Weise schon einmal an das Gefühl gewöhnen, über den Dingen zu schweben.

Private Kunden sind die wichtigste Zielgruppe

Das Raumfahrtunternehmen wendet sich mit seinem Angebot ausdrücklich an Privatpersonen, die sich diese Erfahrung gönnen möchten. Nach Aussagen des spanischen Vertreters von S3 sollen die Preise für die Parabelflüge, ebenso wie die für die Exkursionen ins Weltall, weit unter denen liegen, die man heute für derartige Abenteuer verlangt. Dennoch dürfte ein Trip in den Weltraum auf absehbare Zeit ein einigermaßen exklusives Vergnügen für eine zahlungskräftige Klientel bleiben. Derzeit stehen noch zirka 100.000 Euro für einen privaten Flug ins All auf der Rechnung der betuchten Kundschaft.

Auf der Agenda von Swiss Space Systems steht zunächst einmal die Organisation der Parabelflügel ab 2014. Vier Jahre später, im Jahr 2018, sollen dann die ersten Flüge ins All von den Kanaren aus starten. Zunächst jedoch nicht mit wagemutigen Passagieren an Bord, sondern mit Satelliten, die auf ihre Umlaufbahn um die Erde gebracht werden sollen. Ab 2020 jedoch können dann auch die ersten Weltraumtouristen die Besichtigungstour ihres Heimatplaneten aus einer doch eher ungewohnten Perspektive genießen. Etwa 100 Kilometer über dem Erdboden werden den Teilnehmern dieser außergewöhnlichen Veranstaltungen nicht nur atemberaubende Aussichten auf die blaue Erdkugel geboten, sondern auch das Gefühl der unendlichen Leichtigkeit des Seins in der Schwerelosigkeit.

Kommentare

Kommentar von Dipl. Ing. jörg karsten |

habe mit Interesse den Beitrag zum Weltraumbahnhof gelesen.
wohnen schon über 10 Jahre hier auf den Kanaren. wie sie schon sagen, ein göttlicher Fleck Erde. würde mich über weiter Aktivitäten der S3 Firma freuen. Unterhalte hier eine Baufirma.
mfg
karsten

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