von Olaf Kröger (Kommentare: 0) in Kategorie » Kanaren «

Immer mehr China Shops auf den Kanaren

La Palma hat so um die 82.000 Einwohner und mehr als zehn China Shops. In den meisten „Edificios“, die oft auf Verdacht gebaut wurden und mit Steuererleichterungen finanziert wurden, befinden sich im unteren Teil Gewerbeflächen. Zu beobachten ist seit Jahren ein Vorgang, der zum Nachdenken anregt. In Los Llanos de Aridane zog vor ein paar Jahren ein renommiertes Autohaus in ein schönes neues Eckgebäude ein, um deren Marke adäquat zu präsentieren. Die Krise schlug zu und der Händler zog wieder zurück in kleinere, kostengünstigere Räumlichkeiten.

Wer jedoch scheinbar immer genug Umsatz macht, um sich diese Mieten leisten zu können, sind die Chinesen. Sie bieten Produkte, die keiner braucht und wenn doch, halten sie oftmals nicht, was sie versprechen. Man wartet so gut wie nie an den Kassen und selbst, wenn Umsatz gleich Ertrag wäre, sie könnten die Miete davon nicht bezahlen. Wie machen sie das nur?

Offenbar gewährt die Regierung den Betreibern der China Shops Steuererleichterungen für drei Jahre. Präziser, sie sollen drei Jahre lang steuerfrei wirtschaften dürfen. Soweit, so gut. Als Europäer haben wir jedoch bei verschiedenen ethnischen Gruppen so unsere Schwierigkeiten, diese auseinander zu halten. Wir tun uns schwer in der Unterscheidung der Gesichter und Namen, die wir mitunter kaum aussprechen können, geschweige denn, lesen oder schreiben. So entsteht die Möglichkeit innerhalb großer Familien, die Geschäfte alle drei Jahre rotieren zu lassen. Bei einer fünfköpfigen Familie kann man schon mal 15 Jahre steuerfrei handeln.

Sollte es sich gar um Geldwäsche handeln?

Das Personal ist ausschließlich chinesisch. Die Produkte ebenfalls. Mittlerweile sollte jeder halbwegs informierte Mensch wissen, dass die Waren aus China fragwürdige Charakteristiken aufweisen. Sie sind billig. Gut, das mag viele bewegen, dort einzukaufen. Aber ebenfalls sollten wir wissen, dass schon Opa sagte, wer billig kauft, kauft teuer. Was nützt ihnen die billigste Knoblauchpresse, wenn sie just in dem Moment bricht, wenn Ihre Gäste bereits auf dem Weg sind, ihrer Einladung zum Abendessen zu folgen. Und dass, obwohl sie diese Presse vielleicht erst einmal benutzt haben.

Weiter. Sie sind also qualitativ nicht gerade auf höchstem Niveau, sind unter übelsten Bedingungen hergestellt, seien es die Umweltbelastungen die daraus resultieren oder die Bedingungen, unter denen die chinesischen Fabrikarbeiter schuften müssen, die schlichtweg katastrophal sein sollen. Oder seien es die Chemikalien, die verwendet werden, um gewisse Eigenschaften zu erzeugen. Stichpunkt „Weichmacher“, eines der prägnantesten Punkte chinesischer Produktionen, beispielsweise bei Kinderspielzeugen. Hochgiftig und somit unzumutbar als Spielzeug kleiner Kinder. Aber wissen das die Käufer, die beim Billig-Chinesen ihre Geschenke für das kommende Weihnachtsfest kaufen? Ich befürchte, nein.

Warum der Verkauf?

Zusammengefasst heisst das also, China Shops verkaufen Dinge, die wir eigentlich gleich wieder wegschmeißen können. Nur zu welchem Zweck? Waschen die Chinesen damit doch ihr Geld, welches sie vielleicht anderswo illegal verdient haben? Die Gerüchte halten sich hartnäckig und werden genährt dadurch, dass der Spanischen Polizei im Jahr 2012 ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität chinesischer Banden gelungen ist, bei dem es um Steuerhinterziehungen in Höhe von ca. 35 Milliarden Euro ging. Zum Teil aus Erpressung, Gewalttaten, Drogenhandel und vielem mehr. So liegt dieser Verdacht nahe.

Wenn man betriebswirtschaftlich an die Sache herangeht, bleiben viele Fragezeichen, wenngleich wir die genauen Strukturen natürlich nicht kennen können. Aber wir können ableiten, dass ein renommiertes Autohaus die Miete nicht mehr aufbringen konnte oder wollte, weil es die Zahlen derzeit nicht hergeben und der chinesische Kleinkram scheinbar genug Ertrag bringt, um die Kosten zu decken. Oder sollte es tatsächlich daran liegen, dass bei dem Strategieabkommen aus dem Jahre 2005 und der Erweiterung aus dem Jahre 2011 nicht nur über Investitionen seitens China verhandelt wurde, sondern auch über Gegenleistungen angesprochener Art und Weise? So ließe sich erklären, dass man mit Produkten dieser China Shops dann doch Geld verdienen kann. Damit aber erfahren die Gewerbetreibenden, die nicht zu dieser Gruppe gehören, einen Wettbewerbsnachteil. Ob das in Ordnung ist, wage ich zu bezweifeln.

Und auf der anderen Seite?

Nun, China hat seine Jahrzehnte lange Schwächephase überwunden, hat Jahrzehnte Zeit gehabt, die westliche Welt zu beobachten und macht heute vieles nach und sogar besser. Es ist eine Hochkultur, die Jahrtausende alt ist. Nun scheint die westliche Welt dem Stillstand entgegen zu steuern, die Fernöstlichen Kulturen holen auf. Sie sind feine Beobachter und reagieren zielorientiert. Wenn sie sich jetzt zur Vorweihnachtszeit in die Läden begeben, so müssen sie erkennen, dass das Sortiment auf alle möglichen Nachfragen vorbereitet ist. Sie sind exzellent gut sortiert. Krippen-Figuren und Lichterketten, Christbaumkugeln und Glitzerzeug, alles ist vorhanden.

Es ist auch zu hören, dass das Personal sehr freundlich ist, sich sogar die Kundengesichter merkt und ab und an auch kleine Geschenke auskehrt. Die klassisch spanischen Läden haben meistens nur den kitschigen Einheitsbrei auf der Karte. Und wie wir leider wissen, ist der Begriff der Kundenfreundlichkeit bei sehr vielen Palmeros doch recht sparsam ausgeprägt. All die Aufmerksamkeit für das christliche Weihnachtsfest, obwohl die Chinesen mehrheitlich buddhistisch sind. Den Zugang begreifen sie also rein wirtschaftlich. Wir haben in dieser Entwicklung also nicht verloren, wir haben die anderen „Siegen“ lassen – das ist ein Unterschied.

bleiben sie siegreich……

Ihr Jean-Bas

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