von Thomas Vollmer (Kommentare: 1) in Kategorie » Kanaren «

Große Manrique Retrospektive begeistert Besucher auf Teneriffa

Niemand im letzten Jahrhundert hat die kanarische Insel Lanzarote so sehr geprägt wie César Manrique. Die Spuren des 1919 in Arrecife geborenen Künstlers und Umweltschützers sind überall auf der Lavainsel zu finden. Die größte Retrospektive seines Schaffens wird jetzt bis zum 10. August im Espacio Cultural der CajaCanarias in Santa Cruz de Tenerife präsentiert.

Die beeindruckende Ausstellung umfasst 83 Bilder, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen und Installationen des 1992 bei einem tragischen Autounfall auf seiner Heimatinsel umgekommenen Genies.

César Manrique - Lanzarote

César Manrique – Lanzarote

Manrique, der als Sohn eines Handelsvertreters in Puerto Naos aufwuchs, studierte zuerst Bauingenieurwesen in La Laguna auf Teneriffa. Schon früh war er jedoch von den Arbeiten der Großen seiner Zeit, Picasso, Matisse und Braque so fasziniert, dass er sich entschied, ebenfalls ein Kunststudium aufzunehmen. 1950 verließ er die Schule der Schönen Künste San Fernando in Madrid mit dem Meistertitel für Zeichnen und Malen. Als er 1968 nach Lanzarote zurückkehrte, war er längst ein anerkannter Künstler. Der nicht nur gemeinsam mit Freunden die erste Galerie für nichtfigürliche Kunst in Madrid betrieb, sondern auch in New York studiert hatte. Wo er mit Kunstikonen wie Warhol und Pollock zusammenarbeiten konnte.

Einzigartige Kunst

Nach seinen Lehr– und Wanderjahren hatte er sich entschlossen, seine Insel zu einem der schönsten Orte der Welt zu machen. Er erkannte sehr schnell, dass der in dieser Zeit aufkommende Massentourismus diesen Plan stark beeinträchtigen würde. Im damaligen Inselpräsidenten Pepin Ramírez fand er jedoch einen Verbündeten. Der die Gefahren des ungebremsten Baubooms für die Natur erkannt hatte und Lanzarote davor beschützen wollte. So wurde beschlossen, auf Gebäude zu verzichten, die höher als zwei Stockwerke sind. Überdimensionierte Werbetafeln zu entfernen und die Bevölkerung von dem neuen Stil zu überzeugen.

Heute ist man dankbar für die Weitsicht, die die beiden Freunde an den Tag gelegt haben. Während andere Inseln mit den hässlichen Bausünden der Vergangenheit zu kämpfen haben, sind diese auf Lanzarote kaum vorhanden. Die Verschmelzung von Natur und Architektur war die große Vision Manriques. Die er in seinem eigenen Haus in Tahíche genial verwirklicht hat. Rund um einen Feigenbaum, der aus erstarrter Lava wuchs, entdeckte er fünf Höhlen. Die er zu einzigartigen und mehrfach prämierten Wohnräumen umgestaltete. Cesár Manrique hat wie kein anderer mit seinem Wirken dazu beigetragen, Architektur, Kunst und Kultur mit den Vorgaben der Natur zu vereinbaren. So werden Gebäude zu natürlichen Elementen der Landschaft. Sie ergänzen das Bild, statt es zu zerstören. Auch seine Kunstobjekte, wie etwa seine bekannten Windspiele, haben immer einen Bezug zur Umgebung, sie werden in die Natur integriert und spielen mit ihr.

Wer mehr über diesen einzigartigen Künstler erfahren und einen Eindruck von seinen Ideen bekommen möchte, sollte sich die Ausstellung in Santa Cruz ansehen. Hier erhält man Einblicke, die man sonst nur auf Lanzarote selbst erhalten kann, wo der Geist des großen Sohns der Insel bis heute zu spüren ist.

 

 

Kommentare

Kommentar von León |

¡Schöner Artikel über Manrique! Danke für diese Info. Aber: Wo in TF findet die Ausstellung denn statt…? von- bis, etc.?
Auf Antwort freut sich

León

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