von Thomas Vollmer (Kommentare: 0) in Kategorie » Kanaren «

Fusion von TUI und TUI Travel bereitet kanarischen Hoteliers Kopfschmerzen

Zu Beginn dieser Woche gaben die deutsche TUI AG und der britische Reiseveranstalter TUI Travel ihre Fusion bekannt. Mit diesem Zusammenschluss entstand der größte Reisekonzern der Welt. Die komplette Übernahme der Tochtergesellschaft führt dazu, dass man in Zukunft alle Entscheidungen ausschließlich in der Konzernzentrale in Hannover trifft. Durch die Straffung der Organisation will man Kosteneinsparungen von mindestens 45 Millionen Euro pro Jahr erreichen. Außerdem verspricht sich das Unternehmen eine bessere Auslastung seiner Hotels und Kreuzfahrtschiffe.

Bei den Hoteliers auf Gran Canaria hat diese Nachricht erhebliche Besorgnis ausgelöst. Sie befürchten, dass der Branchenriese nun eine bedrohliche Monopolstellung einnehmen könnte. Durch die Fusion kommen jetzt 33% der Besucher Gran Canarias allein über die TUI auf die Insel. Damit ist das deutsche Unternehmen der mit großem Abstand wichtigste Partner der Hotelbetreiber auf den Kanarischen Inseln. Durch die Bündelung der Nachfrage auf einen dominierenden Marktteilnehmer fürchten die Hotelbetreiber, dass nun das große Preisdrücken beginnt. Mit einer derartigen Marktmacht ist es der TUI viel leichter möglich, ihre Standards und Preise durchzusetzen.

Besondere Besorgnis bei Lopesan und IFA

Bislang konnte die Hoteliers auf Gran Canaria ihre Zimmer immer noch TUI Travel anbieten, wenn sie mit der deutschen TUI keine Einigung erzielt hatten. Diese Option besteht ab sofort nicht mehr. Besonders besorgt zeigen sich die Vertreter der Hotelketten Lopesan und IFA.

Diese beiden Unternehmen, die mehrere Hotels auf Gran Canaria betreiben, sind bislang in den Reisekatalogen der TUI nicht zu finden, da die mächtige RIU-Kette, die ihre Hotels bevorzugt über den deutschen Reiseveranstalter anbietet, dies verhindert hatte. Über TUI Travel in Großbritannien allerdings hatten die kanarischen Hoteliers ihre Betten doch vermarkten können. Ob dies in Zukunft auch noch möglich sein wird und zu welchen Konditionen, das ist bislang noch völlig offen.

Die Besorgnis und Unsicherheit bei den Hotelbetreibern auf Gran Canaria ist deshalb verständlich. Allerdings wird es sich auch die neue TUI AG trotz ihrer Marktmacht nicht leisten können, auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen auf der Insel vertretenen Hotelketten zu verzichten. Dazu ist die Nachfrage nach Hotelbetten auf Gran Canaria – zumindest derzeit – doch zu groß. Bei den Preisverhandlungen allerdings könnten tatsächlich härtere Zeiten auf die Hoteliers zukommen. Denn die TUI wird mit Sicherheit ihre Größe ausspielen und einen kräftigen Mengenrabatt für ihre Betteneinkäufe fordern.

Dass diese Einsparungen am Ende an den Kunden weitergegeben werden, darf jedoch bezweifelt werden. Zunächst werden wohl erst einmal die Aktionäre des Unternehmens bedient werden, das nun über einen Börsenwert von zirka 6,5 Milliarden Euro verfügt.

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