von Thomas Vollmer (Kommentare: 0) in Kategorie » Gran Canaria «

Wieder ein Ölteppich an einem Strand auf Gran Canaria

Es scheint wie ein Déjà-vue, erst drei Monate ist es her, dass ein Ölteppich die Küste im Süden Gran Canarias bedroht hat, jetzt ist es wieder geschehen. Im April war Öl an die Strände von Castillo del Romeral und Playa Águila gespült worden, die daraufhin zeitweilig gesperrt werden mussten. Damals waren wohl auch die Touristenstrände in der unmittelbaren Nachbarschaft zeitweise bedroht, blieben aber am Ende von der Katastrophe verschont.

Diesmal hat es den idyllischen Strand von El Cabrón getroffen, unweit von Arinaga in der Gemeinde Agüimes. Am Mittwochnachmittag wurde hier ein etwa 1 Kilometer langer zähflüssiger Teppich aus Öl und Unrat gesichtet, der direkt auf die Küste zutrieb. Taucher, die dieses Gebiet auf Grund seiner außergewöhnlichen Bedingungen für ihren Sport in großem Maße schätzen und hier besonders gerne untertauchen, waren die ersten, die die Verschmutzung entdeckt haben.

Wie einer von ihnen berichtete, roch es zunächst nur nach Öl. Zu sehen war am Anfang noch nichts. Deshalb schenkten die Taucher dem Ereignis erst einmal auch keine weitere Aufmerksamkeit. Wenig später jedoch bedeckte Öl und Unrat die Felsen und Strände im Gebiet von Punta de la Sal bis Punta de la Monja.

Gegen 15.30 Uhr hat man dann die zuständigen Stellen in der Gemeinde informiert, die sofort die lokalen Truppen der Protección Civil und anderer Hilfsorganisationen mobilisierten. Die ebenfalls alarmierte zuständige Einheit bei der Regierung der Kanaren erschien jedoch erst viele Stunden später an dem betroffenen Küstenabschnitt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Säuberungsarbeiten schon in vollem Gange. Neben den Mitgliedern der Hilfsorganisationen waren auch zahlreiche Bürger der Stadt und in besonders großer Zahl Sporttaucher vor Ort, um ein weiteres Ausbreiten des Ölteppichs zu verhindern.

Taucher kämpften um ihr bevorzugtes Revier

Dies ist ihnen gelungen, was besonders die Taucher freut, die ihr Lieblingsrevier tatkräftig verteidigt haben. Die Verschmutzungen konnte man bereits weitgehend beseitigen. Eine wochenlange Sperrung, wie man sie in den Naturschwimmbädern von Castillo del Romeral im April verhängen musste, bleibt dem Strand von El Cabrón deshalb erspart.

Die Untersuchung der Proben des Öls, das die aktuelle Verschmutzung verursacht hat, lässt darauf schließen, dass ein vorbeifahrendes Schiff unweit der Küste auf hoher See unerlaubter Weise seine Tanks gesäubert hat. Obwohl die Regierung der Kanarischen Inseln angibt, das Gebiet und verdächtige Schiffe gründlich zu überwachen, scheinen diese Kontrollen nicht auszureichen.

Wie sonst, so beklagt sich der Bürgermeister von Agüimes, Antonio Morales, ist es möglich, dass innerhalb von nur drei Monaten nun schon zum zweiten Mal die Gewässer und Strände Gran Canarias von einer solchen Ölpest bedroht sind. Er monierte außerdem, dass die angeforderte Hilfe der Regierung erst viel zu spät am Ort des Geschehens eingetroffen ist. Erst am Abend, als die vielen freiwilligen Helfer durch ihren vorbildlichen Einsatz Schlimmeres verhindert hatten, traf auch die Unterstützung der „Regierungstruppen“ ein. Etwas mehr Schnelligkeit und Flexibilität sei hier dringend gefordert, so Bürgermeister Antonio Morales.

Ölproben sollen Umweltsünder überführen

Ob die genommenen Proben nun ausreichen, um zu ermitteln, von welchem Schiff das Öl abgelassen wurde, wird sich in den nächsten Tagen erweisen. Sollten die Umweltverschmutzer ausfindig gemacht werden können, droht ihnen zwar eine Strafe, jedoch scheint diese keine abschreckende Wirkung zu haben. Die Verlockung der illegalen Reinigung der Tanks auf Hoher See ist für die Reeder immer noch sehr groß. Scheinbar zahlt es sich finanziell aus, auf eine professionelle und umweltgerechte Reinigung der Tanks zu verzichten. Das eingesparte Geld wird dann dazu verwendet, die offenbar zu geringen Strafen zu begleichen, falls man dann doch einmal erwischt werden sollte. Eine gründlichere Überwachung der Küstengebiete und höhere Strafen, wie sie nicht nur der Bürgermeister von Agüimes fordert, scheinen deshalb unumgänglich zu sein, um weitere Umweltvergehen zu verhindern.

(Foto: Buceo Pandora)

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