von Thomas Vollmer (Kommentare: 0) in Kategorie » Gran Canaria «

Wichtige Polizei-Infos jetzt auf Twitter

Bei der Polizei in Telde auf Gran Canaria hat jetzt das neue Zeitalter begonnen, das für Angela Merkel nach eigenen Aussagen noch Neuland ist. Das Internet und die Sozialen Netzwerke nutzt man dort seit einigen Tagen zur Kommunikation mit dem Bürger. Die Beamten aus der zweitgrößten Stadt der Insel haben Twitter entdeckt und zwitschern dort nun fröhlich vor sich hin.

Als vor gut einer Woche die ersten Tweets unter @PoliciaTelde veröffentlicht wurden, konnte noch niemand ahnen, wie erfolgreich die Polizei mit dieser neuen Form der Informationsübermittlung sein würde. Innerhalb weniger Tage brachte es der Account auf fast 700 Follower, Tendenz täglich steigend. Wer aber gehofft hatte, spektakuläre Details über blutige Verbrechen aus erster Hand zu erfahren, wird allerdings von dem neuen Service etwas enttäuscht sein. Sie posten hier in erster Linie Verkehrsstörungen durch Staus oder Unfälle. Besonderer Beliebtheit aber erfreuen sich die stets aktuellen Informationen zu einer anderen bemerkenswerten neuen Errungenschaft der teldenser Polizei: ihre neue Waffe gegen Raser und Drängler auf den Straßen der Stadt.

Irgendwann kriegen sie alle

Seit Kurzem verfügen die staatlichen Verkehrsüberwacher über eine ebenso moderne wie effektive Radarfalle. Wobei Falle nun eben nicht mehr ganz richtig ist. Über Computer oder Smartphone können die Verkehrsteilnehmer jetzt bei Twitter erfahren, wo die neue Hightechmaschine als nächstes eingesetzt wird.

Die genaue Positionsangabe aktualisieren sie zweimal pro Tag. So kann sich jeder, der gerne einmal etwas schneller unterwegs ist, stets rechtzeitig darüber informieren, an welchen Stellen der Stadt man den Bleifuß lieber etwas weniger beansprucht, um die allzu sportliche Fahrweise nicht teuer bezahlen zu müssen.

Mit ihrem neuen Radarwagen hat die Polizei ein äußerst scharfes Schwert in die Hände bekommen. Sechs Fahrspuren gleichzeitig kann das moderne Gerät erfassen. Und dies nicht nur in eine Richtung. Sechs Spuren, zwei Richtungen, und das alles zur gleichen Zeit, da kann man die Hoffnung, irgendwie durchzuschlüpfen, getrost begraben. Verständlich, dass nicht nur notorische Raser deshalb gerne wissen möchten, wo das neue Fallbeil für Temposünder gerade stationiert ist. Diese Informationen zu den geplanten Geschwindigkeitskontrollen sind deshalb wohl auch der eigentliche Grund für den unerwarteten Erfolg der Twitterei. Alle weiteren Tweets, etwa über die am häufigsten geahndeten Delikte im spanischen Straßenverkehr oder allgemein gehaltene Sicherheitshinweise, finden wahrscheinlich kaum die Aufmerksamkeit, die sie eigentlich verdient hätten.

Positiv oder doch eher kontraproduktiv?

Die Diskussion darüber, ob derartige Ankündigungen nun als positiv oder dann doch eher als kontraproduktiv einzustufen sind, dürfte man auch weiterhin kontrovers führen. Während die Befürworter der Transparenz betonen, dass es eben um die Verkehrssicherheit und nicht um bloße Abzocke bei den Geschwindigkeitskontrollen geht und deshalb eine Angabe der Einsatzorte gerechtfertigt ist, vertritt die Gegenseite die Auffassung, dass genau das Gegenteil eintrifft. Vorsichtig fährt man nur solange und genau dort, wo die Radaranlage gerade stationiert ist. Auf den anderen Strecken und sobald die Überwachung beendet ist, fühlen sich die Raser umso sicherer vor Verfolgung und brettern weiterhin ungehindert durch die Gegend.

Sicherlich wird es auch zu diesem Thema schon entsprechende Studien geben, die die jeweilige Auffassung untermauern. Wie auch immer, am besten wäre es natürlich, jeder verhält sich im Straßenverkehr so, dass er sich und andere nicht gefährdet, ganz gleich ob gerade kontrolliert wird oder nicht. Doch das wird auf unabsehbare Zeit ganz sicher eine schöne Utopie bleiben. Dass auf diesem Gebiet Neuland betreten wird, damit ist leider so schnell nicht zu rechnen.

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