von Thomas Vollmer (Kommentare: 1) in Kategorie » Gran Canaria «

Riesenbaby sorgt für Aufregung in Vecindario auf Gran Canaria

Die Frage, ob ein Objekt Kunst ist oder doch eher entsorgt werden kann, beschäftigt nicht nur so manche Putzfrau in den Galerien und Museen dieser Welt. Sondern jetzt auch die Bewohner von Vecindario auf Gran Canaria. 4 Meter hoch, sehr bunt, mit blauen Haaren und Windeln. So präsentiert sich die Skulptur eines riesigen Babys, dass genüsslich einen Baum entblättert. Vater des gigantischen Kleinkindes ist der kanarische Künstler Victor Navarro Guédez. Dessen Werk wollte man am vergangenen Samstag im Parque de La Libertad in Vecindario im Süden Gran Canarias einweihen. Doch die geplante Feierstunde mit Bürgermeisterin Dunia González hat man kurzerhand abgesagt. Denn schon einen Tag nachdem die Skulptur am letzten Donnerstag aufgestellt worden war, gab es nichts mehr, das hätte eingeweiht werden können. Bereits am Freitag musste das übergewichtige Riesenbaby sein neues Zuhause schon wieder verlassen. Der Sockel auf dem es stand drohte angeblich einzustürzen.

Viele Bewohner der Stadt glauben jedoch nicht, dass dies der wahre Grund für die Entfernung der Skulptur aus dem Park ist. Das Kunstwerk, das nach Aussage seines Schöpfers Reinheit und Frische symbolisieren soll, hatte schon nach kürzester Zeit heftige Reaktionen auf der Facebook-Seite der Gemeinde hervorgerufen. In nur zwei Stunden hatten mehr als 1.200 Besucher der Seite ihre Meinung zur neuen Zierde des Parque de La Libertad gepostet. Und diese fiel selten positiv aus.

Die große Mehrheit konnte sich mit dem prominenten Kleinkind so gar nicht anfreunden. Deshalb vermutet man, dass die Politiker auf Grund des Shitstorms im Internet der Mut verlassen hat, die Bürger mit moderner Kunst zu erfreuen. Doch auch die Vertreibung des Babys führte zu Verdruss. Die Verschwendung von Steuergeldern durch Kunst im öffentlichen Raum stand danach auf der Tagesordnung. Wenigstens in diesem Punkt konnte die Bürgermeisterin ihre Wähler aber weitgehend beruhigen. Das Riesenbaby hat der Künstler der Stadt von dem Künstler geschenkt. Die Frage, ob dies nur geschehen ist, weil es sonst niemand haben wollte, blieb jedoch bislang unbeantwortet.

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La escultura de la polémica, y tú, ¿que opinas?

Posted by Vecindario Comercial on Sonntag, 29. März 2015

Kommentare

Kommentar von Michiel |

Ich lese dieses Newsletter weil ich mit den Gedanken spiele auf den Kanaren umzuziehen. Wenn ich allerdings diese Zeilen lese dann bekomme ich Angst irgendwann als zukünftiger Insulaner den Koller zu bekommen. Sind die Leute denn in manchen Bereichen wie zB Kultur soo engstirnig? Würde mich auf ehrliche Reaktionen freuen.

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