von Thomas Vollmer (Kommentare: 0) in Kategorie » Gran Canaria «

Gran Canaria: Eine Seilbahn für den Nebelfelsen

Was für die Küstengebiete Gran Canarias die Dünen von Maspalomas sind, das ist der Roque Nublo für die faszinierende Bergwelt der Ferieninsel. Das markante Felsmassiv gilt als Wahrzeichen der Insel. Das dort bei jeder Touristenrundfahrt auf der Liste der unbedingt zu besichtigenden Attraktionen steht. Mit einer Höhe von 1803 Metern gilt der Basaltfelsen als eine der höchsten Erhebungen Gran Canarias. Im Zentrum der Ferieninsel, nahe dem Bergdorf Tejeda und inmitten des Naturschutzgebietes Monumento natural del roque nublo, türmt sich der Gipfelfels 65 Meter hoch über seiner Umgebung auf.

Das Bergmassiv, das in früheren Zeiten bei den Ureinwohnern der Kanarischen Inseln, den Guanchen, als heilig galt, wurde im Jahre 1932 von den deutschen Ingenieuren Ranschert, Langenbacher und Wolffschmitt zum ersten Mal bezwungen. Zu Ehren der Erstbesteiger heißt die Route, über die sie auf den Gipfel des Nebelfelsens gelangten, deshalb Routa Alemana. Und auch der schwierigste Weg auf den Gipfel wird heute Via del Alemán, der Weg des Deutschen, genannt.

Gebirge auf Gran Canaria

Gran Canaria

Bequemer aufstieg mit der Seilbahn

Für zukünftige Generationen dürfte es unter Umständen erheblich einfacher sein, die grandiose Aussicht über die faszinierende Bergwelt Gran Canarias zu genießen.

Vor drei Jahren tauchte zum ersten Mal der Plan auf, den Touristenmagneten durch eine Seilbahn zu erschließen. Die Besucher von Tejeda aus auf die 1630 Meter hohe Degollada el Nublo rund um den Felsen bringen soll. Die Baukosten für eine solche Bahn wurden in einer Machbarkeitsstudie mit 10 bis 15 Millionen Euro veranschlagt. Doch die Kosten sind nicht das bestimmende Element in der Diskussion über das Projekt. Das in politischen Kreisen äußerst kontrovers behandelt ist. Die Finanzierung ist nach Angaben des Präsidenten der Inselregierung, José Miguel Bravo de Laguna, durch private Investoren gesichert.

Die Bedenken, die von verschiedenen Gruppen vorgetragen werden, betreffen in erster Linie den Schutz der Umwelt und des Landschaftsbildes. Das durch einen derartigen Eingriff gravierend verändert werden würde. Bevor abschließend über den Bau der Seilbahn beraten werden kann, fordern aber nicht nur die Gegner des Projektes, die bereits 50.000 Unterschriften gegen die Bahn gesammelt haben, eine eingehende Prüfung der Auswirkungen auf das empfindliche Ökosystem in der Region. In einer neuen Studie sollen deshalb nicht nur die ökonomischen Gesichtspunkte, sondern auch die ökologischen Probleme eingehend untersucht werden.

Die Befürworter verweisen in der Diskussion gerne auf andere Bahnen, die seit Jahren mit Erfolg betrieben werden. Die Teleferico am Pico de Teide auf Teneriffa gilt für sie als gelungenes Beispiel. Wie man auch in einem Nationalpark eine Seilbahn errichten kann. Da aber die Voraussetzungen auf Gran Canaria mit den Gegebenheiten auf der Nachbarinsel kaum zu vergleichen sind, wird die Diskussion wohl noch einige Zeit andauern. Bis zu einer endgültigen Entscheidung wird der Roque Nublo deshalb noch einige Zeit seine Ruhe haben.

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