von Wolfgang Heinrichs (Kommentare: 0) in Kategorie » Gran Canaria «

Giftige Öldämpfe gefährden Condor-Flug nach Gran Canaria

Vielen der 242 Passagiere des Condor-Flugs DE 5944 stank es an Bord des Ferienfliegers so gewaltig, dass sie sich Kleidungsstücke vor Mund und Nase hielten, um den beißenden Geruch nach Öl ertragen zu können. Einige klagten über Übelkeit und Kopfschmerzen, andere hatten Probleme beim Atmen. Was für die Reisenden extrem unangenehm war, entwickelte sich für die Piloten im Cockpit der Maschine zu einem ernsthaften Problem. Hier war die Belastung so stark, dass der Co-Pilot gezwungen war, eine Gasmaske aufzusetzen, um den Flug fortsetzen zu können.

Flugzeug

Ein Flug mit üblem Beigeschmack

Der Gestank nach Öl und verbranntem Plastik kam von den Triebwerken und breitete sich rasch im Cockpit und der Kabine des Fliegers aus. Von der aus acht Personen bestehenden Besatzung des Flugzeugs gab es zunächst keine Erklärungen zu Ursachen und Auswirkungen der Geruchsbelästigung.

Nach Angaben der Fluggesellschaft wurde der Vorfall an die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen gemeldet, wo derartige Ereignisse registriert und untersucht werden. Bislang gibt es allerdings noch keine konkreten Hinweise auf die Ursachen des Problems, das in letzter Zeit auch bei anderen Fluggesellschaften und Maschinentypen vermehrt aufgetreten ist. Ganz neu sind diese Beobachtungen jedoch nicht. Bereits vor 10 Jahren war in einem vertraulichen Bericht des Luftfahrt-Bundesamtes über derartige Vorfälle berichtet worden.

Der letzte bekannt gewordene Fall war der eines Airbus von Germanwings, welcher erst vor kurzem öffentlich wurde, obwohl er bereits vor zwei Jahren beinahe zu einer Katastrophe auf dem Flughafen Köln/Bonn geführt hätte. Die Fluggesellschaft hatte versucht zu vertuschen, dass die Piloten der Maschine auf Grund von austretenden Gasen fast die Kontrolle über die Maschine verloren hatten und ein Unglück nur mit Mühe verhindert werden konnte. In Fliegerkreisen sind diese Ereignisse so gefürchtet, weil es sich bei den Ausdünstungen um Dämpfe handelt, die Nervengifte enthalten können.

Rückflug gestrichen

Im aktuellen Fall des Condor-Fluges nach Gran Canaria wurde die Maschine nach der Landung untersucht. Dabei wurde bei dem erneuten Hochfahren der Turbinen die Belastung so stark, dass zwei Mitglieder des Kabinenpersonals das Bewusstsein verloren. Sie mussten in ein Krankenhaus nach Las Palmas gebracht werden, wo ihre Blutwerte überprüft wurden. Sie wurden jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder entlassen und sind mittlerweile nach Deutschland zurückgekehrt.

Die Maschine wurde vorübergehend aus dem Verkehr gezogen und der Rückflug nach Hamburg gestrichen. Dadurch mussten die bereits am Flughafen wartenden Passagiere in ihre Hotels zurückgebracht werden. Den zusätzlichen Tag auf der Kanareninsel konnten sie wohl nicht richtig genießen.

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 8 und 7.