von Olaf Kröger (Kommentare: 0) in Kategorie » Gran Canaria «

Gemeinsam gegen den Müll

Normalerweise hat sich die Gesellschaft Institutionen erarbeitet, die für die unterschiedlichsten Aufgaben zuständig sind. Müllbeseitigung unterliegt den kommunalen oder städtischen Entsorgungsbetrieben. Dennoch ist eine flächendeckende Entsorgung nicht zu gewährleisten. Dazu haben sich jetzt auf Grund einer Initiative der beiden Vereinigungen EcoF inca Plantación Lógico aus Puerto Naos und den Boy Scouts aus Gran Canaria in Zusammenarbeit mit den hiesigen Kommunen eine Aktion ausgedacht, um dem Müll durch eine Bürgerinitiative Herr zu werden.

Die Initiative rief dazu auf, den Müll an jenen Stellen zu beseitigen, wo die Müllabfuhr nur unzureichend oder gar nicht hin kommt. Ihre Aktion fand sehr großen Anklang und musste aufgrund dessen vom Stadtrat von Los Llanos de Aridane konzertiert werden, indem er eine Art kleines Netzwerk ins Leben rief. Es gab schon vor Jahrzehnten ähnliche private Aktionen, die in den Großstädten den Müll eines vorher festgelegten Planquadrates aufsammelten und diesen Müllberg dann in einem Museum für eine gewisse Zeit ausstellten.

Unabhängig davon, dass es mehr als interessant war, was man in diesen Müllbergen vorfand. War es schlicht die Größe der Berge, die den Besucher und somit die Bevölkerung sensibilisierte. Diese Art der Demonstration war einprägsamer als viele Vorträge oder Unterweisungen in Schulen und anderen Orten und festigte die Erkenntnis, dass es die Menge macht, nicht die einzelne Dose, die mal achtlos weggeschmissen wird. Es zeigt auch auf sehr erfreuliche Art und Weise, dass die Jugend einen viel besseren Bezug zur Umwelt der Inseln hat, als vielleicht weitläufig angenommen.

Auf einer Plantage nahe eines großen Hotels in Puerto Naos wurden mehr als eine Tonne an Plastik, Dosen, Bauschutt, Reifen, Karton und Glas Müll eingesammelt. Um nur einige Dinge zu nennen. Unabhängig davon, dass es unsere Gesellschaft ist, die diesen Müll produziert, ihn dann aber unachtsam in die Natur schmeißt. Ist diese Aktion ein schönes Zeichen, dass die Generationen eine neue Verantwortung fühlen, sich um unsere Natur zu kümmern und den Trend des „das geht mich doch nichts an“ zu verlassen.

Für den kommenden Winter hat die Stadtverwaltung angekündigt, erneut eine Aktion wie diese zu starten. Vielleicht können ja durch breite Berichterstattung weitere Bürger motiviert und vor allem sensibilisiert werden, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Wenn jetzt noch realisiert werden kann, dass die Verwertungsanlage in der Gemeinde Villa de Mazo den Betrieb aufnimmt. Ist ein weiterer Schritt zur Ressourcen- und Umweltschonung getan. Es macht Spaß diese Aktivitäten zu spüren. Weil sie ein Zeichen sind, dass wir mündig und eigenverantwortlich viel mehr erreichen können. Als wenn wir uns weiterhin auf träge und Talent befreite Politiker verlassen, die unser Gemeinwohl eher nicht im Sinn haben. Aber selbst da sind natürlich erfreuliche Tendenzen zu erkennen, sonst hätte ja der Stadtrat nicht aktiv mit eingegriffen. Das dies erst der Anfang sein kann ist in sofern klar, als dass es auch immer wieder Beispiele für Personen gibt. Die dieses Thema noch nicht begriffen haben.

Pläne für die Zukunft

So wird der alte Flughafen von La Palma in der Gemeinde Brena Alta scheinbar gerne als Müllhalde benutzt. Bauschutt und Elektroschrott findet sich genauso wie alte Reifen und Glas. Wir werden im Zweifel auch dahin kommen, dass die Leute es sich gar nicht mehr leisten können. Elektroschrott achtlos weg zu schmeißen, weil wir enorme Summen für Kupfer ausgeben müssen. Anders als hier mit unserem Inselstatus, der schon einiges schwieriger macht, ist es längst gängige Praxis, dass Entsorgungsbetriebe europaweit säuberlich trennen. So die wertvollen Rohstoffe zurück führen können.

Es gibt hervorragend gestaltete Internetseiten, auf denen sie sich tagesgültige Preise für sämtliche Rohstoffe abrufen können. Batterien, Messing, Kupfer, Eisen, Aluminium, Bremsscheiben, selbst Moniereisen und vieles mehr. Bei allem wird der Kilopreis aktuell ausgewiesen. Gerade kostet ein Kilogramm Kupfer-Kabel 4,81€, für das Kilo Batterien, bekommt man 0,50€. Messing kostet 3,12€ und das Kilo Aluminium bringt heute 1,10€. (Stand: 11.08.2013)

Wenn sich eine solche Organisation hier etablieren könnte, dann würde in kurzer Zeit keine einzige Batterie mehr im Gelände oder auf Plantagen oder sonst wo zu finden sein. Zu einfach wäre es dann doch, daraus Geld zu machen. Gut für beide Seiten. Tonnen von Alteisen könnten sie zu Geld machen, wenn sie die alten LKW oder „Palas“ aus der Natur entfernen. In Frankreich und Deutschland leben nicht wenige von diesem Geschäftsmodell. Wollen wir hoffen, dass diese Aktionen fester Bestandteil eines Umdenkens werden, von dem alle etwas haben. Wann gibt es schon wirklich echte Win-Win Situationen.

Bleiben sie sauber….

Ihr Jean-Bas

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