von Thomas Vollmer (Kommentare: 9) in Kategorie » Gran Canaria «

Deutscher Timeshare-Boss auf Gran Canaria festgenommen

Für Anwohner und Touristen gab es am Montag im Süden Gran Canarias eine Menge zu beobachten. Eine großangelegte Razzia gegen die Verkäufer von illegalen Urlaubspakten hielt in den beiden vergangenen Tagen die Gemeinden San Bartolomé de Tirajana und Arguineguín in Atem.

Jedem, der einmal in den südlichen Feriengebieten Gran Canarias, aber auch Teneriffas unterwegs war, werden sie begegnet sein. Die OPCs (Outside Public Contact), so nennt man die jungen Leute, die in den Straßen der Urlaubsgebiete Touristen ansprechen. Sie locken mit recht dubiosen Mitteln wie z.B. Rubbellosen, bei denen fast jeder gewinnt. Die Menschen werden dadurch überredet, in ein nahegelegenes Ferienresort zu fahren, wo sie ihren vermeintlichen Gewinn in Empfang nehmen können.

Statt Gewinn wartet Psychoterror

Was die Opfer dieser Masche dort dann erwartet hat nichts mit einem Gewinn zu tun. Eine langwierige Verkaufstour beginnt, bei der die Urlauber massiv unter Druck stehen. Mit allerlei psychologischen Tricks bringt man sie dazu, teure Urlaubspakete oder Anteile an Timeshare-Objekten zu kaufen. Schon seit vielen Jahren berichtet die Presse immer wieder über die üblen Machenschaften dieser Drückerkolonnen. Der Schaden, der durch diese unseriösen Geschäftemacher im Laufe der Jahre angerichtet wurde, geht in die Millionen. Die Gemeinden gehen immer wieder gegen die offensichtliche Belästigung der Touristen durch die OPCs vor. Bislang blieb der Kampf jedoch eher halbherzig. Die Steuern und Gebühren, die durch dieses Geschäft in den kommunalen Kassen landen, erreichen durchaus eine recht beträchtliche Höhe.

Jetzt jedoch hat die Polizei im Süden Gran Canarias zu einem massiven Schlag gegen eine solche Verkaufsorganisation ausgeholt. Mit erheblichem Personaleinsatz wurden am Montag die Büros des Club Puerto Atlántico in Arguineguin besetzt und zunächst die gesamte Führungsriege des mutmaßlichen Betrügerringes festgenommen. 58 Personen wanderten vorübergehend in polizeilichen Gewahrsam. Bei einer zweiten Aktion am Dienstag wurden weitere 16 Mitarbeiter der dubiosen Firma festgenommen. Während die Meisten gegen Auflagen wieder freikamen, nachdem man ihre Personalien und Aussagen aufgenommen hatte, bleibt der Chef der Organisation weiterhin in Haft. Eugen Kaiser hat früher die Verkaufsorganisation der größten Timeshare-Anlage auf Gran Canaria, Anfi in Patalavaca geleitet.

Ihm und seinen Mitarbeitern wirft man vor, illegale Urlaubspakete verkauft zu haben. Diese versprachen bedeutende Rabatte von bis zu 70 % bei Urlaubsreisen. Mehrere tausend Euro kostet ein solches Paket, das seinem Besitzer am Ende jedoch kaum Vorteile bietet. Der Schaden für die Kunden ist beträchtlich.

Vorwürfe sind seit langem bekannt

Bereits im Jahr 2006 wurde gegen Kaiser und seinen Club Puerto Atlántico ermittelt. Bei einer ähnlichen Aktion wie gestern nahm die Polizei damals 28 Personen fest und beschlagnahmte 400.000 Euro. Die Hinweise und Anzeigen waren von betrogenen Kunden aus Deutschland und Skandinavien gekommen. Einige Beweise aus dieser Zeit waren jetzt zusammen mit neuen Erkenntnissen Grundlage für den Schlag gegen die Reisemafia. Mitglieder der Verkaufsorganisation sind, ebenso wie ihre Opfer, in erster Linie Deutsche, Briten und Skandinavier. Bei der Razzia wurden in verschiedenen Büros und in der Privatvilla Kaisers zahlreiche Computer, Datenträger und Unterlagen beschlagnahmt, die benötigt werden, um den Gesamtumfang des Betruges festzustellen.

Chef der Organisation wittert Intrige

Kaiser selbst beteuert seine Unschuld und sieht sich als Opfer einer Intrige. Eine Intrige, angezettelt vom Chef des Sicherheitsdienstes von Anfi del Mar. So will man die unliebsame Konkurrenz entfernen. Dass man in diesem Geschäft nicht gerade mit Samthandschuhen agiert, ist hinlänglich bekannt. Kriminelle Energie scheint in dieser Branche in nicht unbeträchtlicher Höhe vorhanden zu sein. Nicht nur die Topmanager in dem Geschäft bekämpfen sich mit allen denkbar unfeinen Methoden. Selbst die Mitarbeiter auf der Straße, die OPCs, haben sich in der Vergangenheit bereits Schlägereien um die besten Standplätze geleistet.

Ob es diesmal einen Vernichtungsschlag gegen die dubiosen Geschäftemacher geben wird, bleibt abzuwarten. Die Beweise sind gesichert. Was nun die Staatsanwälte und Richter daraus machen, wird zeigen, wie ernst es die Behörden mit dem Kampf gegen das große Geschäft mit dem Urlaubspaketeschwindel meinen. Aber selbst wenn man in diesem Fall ein Exempel statuiert hat: Es gibt auf den Kanarischen Inseln noch zahlreiche andere Firmen, die sich mit ähnlichen Geschäften eine goldene Nase verdienen. Finanziert, durch die hart verdienten Euros betrogener Urlauber.

Kommentare

Kommentar von Haberhauffe Wolfhart |

Sehr geehrter Herr Thomas,

Wir sind zur Zeit im Hotel Monte Anfi auf Gran Canaria und haben im Internet Ihren Artikel über Betrügereien zu Urlaubspaketen gelesen. Auch uns wurde vieles versprochen, was nun nicht eingehalten wird. Können Sie uns jemanden hier vor Ort empfehlen, an den wir uns wenden können?

Mit freundlichen Grüßen

Margarete und Wolfhart Haberhauffe

Kommentar von Hans Bartholomäus |

Hallo

Das zu lesen wundert mich nicht nur, das ist doch schon seit 10 Jahren
bekannt. Ich habe das selber erfahren in meiner Dummheit und auch im
Puerto Atlantico gewohnt Der liebe Eugen hat mich auch weich geklopft.
Aus dieser Erfahrung habe ich viel gelernt und mache Urlaub im Anfi, für wenig Geld, der Wochen. die dann nicht genutzt werden von den genauso
Dummen wie ich schon 2003-4 . Das entschädigt ein wenig.

Hans B.

Kommentar von Fahnster |

Wir sind zur Zeit auch in Anfi del Mar und sollen uns für einen Anteil bei Anfi entscheiden was wir natürlich nicht machen werden . Haben noch 2 Urlaubsgutscheine Weltweit.
Hat einer schon die Urlaubsscheine eingelöst oder ist dies auch alles Schwindel ,

Kommentar von die.hoeckis |

ACHTUNG!! Auch auf Fuerteventura sind wieder Bauernfänger unterwegs !!
Waren diese Woche auf F.,am 6.2 in Corralejo wurden wir von einer netten Deutschen mit Rubbellosen auf der Straße angesprochen,Lose gerubbelt und siehe da:Hauptgewinn ! Ins ATLANTIC GARDEN geschleppt zur angeblichen Gewinnübergabe.Was dann folgte,war ein 2stündiges Gespräch mit einem Ecki von Schledorn(sehr seriöses Auftreten) über künftige Urlaubspläne sowie einer Zimmerbesichtigung des A.G.Dieses war auch super sauber und toll eingerichtet,aber eben nur für diesen Zweck.Zum Ende des Gesprächs kam sein angeblicher Chef hinzu(lallende Ausdrucksweise,vielleicht angetrunken)
mit Taschenrechner und Schreibblock.Nach Aufrechnung aller finanzieller Vorteile sollten wir 1000 Euro per Kreditkarte als Anzahlung schon mal da lassen,den Rest dann später. Als ich ihm unmißverständlich sagte,das ich hier weder etwas unterschreibe noch meine KK zum Bezahlen rausrücke,war für den angeblichen Chef das Thema schnell erledigt und er entfernte sich,“Ecki“ der Verkäufer übergab uns den angeblichen Gewinn,bestehend aus einer Flasche brasilianischer Whisky(angeblich 12 Jahre alt,kostet aber in Brasilien nur 12 Real der Liter,das sind knapp 4 Eu)sowie ein GUTSCHEIN für einen kostenlosen Aufenthalt für eine Woche in den Clubs,ohne Flüge,ohne Verpflegung,einfach ohne alles.
Zum Ende:den Whisky haben wir den Zimmermädchen geschenkt,den Gutschein zerissen,weil völlig unbrauchbar.
Fazit:Last euch nicht verarschen,gerne 2 Stunden voll labern(wenn ihr Zeit habt),aber um Gottes Willen nichts unterschreiben und schon gar nichts im Vorraus bezahlen.
Ich hoffe,ich kann hiermit andere Gäste vor solchem Betrug warnen,denen,die es schon gemacht haben empfehle ich einen guten Anwalt und die,die zuviel Geld haben,naja,dann weg mit der Kohle….

Kommentar von Der Urlauber |

ANFI GRUPPE ANFI Hotel

Guten Abend ,
wir sind heute um 14 Uhr aus unserem Gran Canaria Urlaub zurück gekommen.

Die „Bauernfänger“ sind auch auf Gran Canaria Los…
Wir wurde von S.Rosenkranz im Palmitos Park abgefangen. Sie bot uns an die Clubanlage Anti in Puerto Rico zu begutachten und sollten uns durch die Anlage führen lassen (Auch wenn wir nicht selbst Urlaub machen möchten- können wir ja dies empfehlen Eltern,etc.). Wir gingen drauf ein und fuhren am nächsten Tag mit unserem Mietwagen dort hin.

Jetzt mein erster Eindruck:
Im Empfangsbereich sind so viele Reiseleiter (Verkäufer) , die einen Angeiern, dass schon die erste Situation sehr unangenehm wirkt.

Wir haben uns entschieden auf die Toilette zu gehen und anschließend einen Kaffee zu trinken. Diesen habe ich bestellt und Prompt Kam auch schon ein Verkäufer an unseren Tisch der bemerkte, dass ich einen Promotion-Coupon in meiner Hand gehalten habe (Wow, wie er das nur gesehen hat)

Naja, wir sagten Ihm, dass der Kaffee jetzt erst getrunken wird und wir anschließend die Führung machen werden.

Nach unserem Kaffee , sind wir dann in die „Lobby“ wo auch gleich eine Deutschsprachige nette Dame auf uns zu kam und gleich auf eine Couch gesetzt hat. Sie fragte nach unserem Alter – Vor – und Zunamen. (Dies sei für die Statistik)- Wahnsinn, die benötigen Statistiken… nun gut.
Sie erklärte uns, dass jetzt ein Kollege kommen würde und mit uns die Führung machen wird. (ca. 90 Minuten)

Dieser kam auch recht schnell auf uns zu . Ein junger Typ (Gepflegt, Mitte 30). Er hat direkt angefangen eine Beziehung aufzubauen, wie ist der Urlaub etc. Wie sind Sie hier…die Üblichen fragen eben. Anschließend erklärte er uns an einem schönen Modell, wo wir uns befinden und wo wir gleich hingehen werden.

Dann geht es jetzt los.. die Taxifrau rief ein Taxi und wir fuhren in das „neben-Hotel“ hier wurde uns der schöne Strand, der Beachclub,der Yachthafen etc. gezeigt. Getränke werden selbstverständlich vom Verkäufer übernommen- er versucht jetzt de Situation noch Privater zu gestalten, erzählt viel von sich – versucht viel von uns zu erfahren, eben ein guter Verkäufer.

Dann fahren wir in den 10ten Stock des Hotels, hier wird uns der Ausblick gezeigt wie toll doch alles sei etc. – wir dürfen nicht vergessen, der Verkäufer macht dies in der Hoffnung uns was schönes zu verkaufen/vermieten.
Wir treffen sogar ein Ehepaar im Aufzug, die gesagt haben, dass Sie nächstes Jahr wiederkommen (Im Nachhinein, ziemlich gespielt rübergekommen). Natürlich auch die Aussage vom Verkäufer , so wie Sie haben alle hier angefangen.

Auf Nachfrage wieso wir den dieses Hotel nur hier Buchen können, wurde uns folgendes gesagt.

„Wir möchten und von Reisebüros etc. distanzieren, da diese hohe Kosten haben wie Provision,Werbung,Personal etc.“ – ich : Nun gut dann lassen Sie uns weiter gehen…

(Ist natürlich Quatsch, da auch hier Personalkosten wie auch Werbungskosten anfallen…)

Auf dem Rückweg ins „Mutterhaus“ – welches neuer erscheint, haben wir noch ein kleines Gespräch angefangen um die Situation noch freundlicher/persönlicher zu gestalten.

Lage rede kurzer sinn… wird sind dann in die Höhle des Löwen „Der Verkaufsraum“, dieser ist voll mit Paaren und Verkäufer, die auf Sie einreden.

Wir gehen an einer Wand entlang, hier wird uns nochmals erklärt, dass Björn Lyng (Wie auch immer dieser Typ heißt) dies alles Aufgebaut hat. Es ist schön mit Jahren versehen um ein Teil von Anfi zu werden. Natürlich dürfen auch die Prominenten nicht fehlen, die wie ein „Persilschein“ sind und vertrauen bringen sollen.

Jetzt setzen wir uns an einen Tisch (Es wird nochmals gefragt, was wir trinken möchten) , wir lehnten ab. Dann wurden einfach Urlaubsziele rausgesucht, wir haben Über Urlaub gesprochen- schnell wurde was aufgemalt / 2 Wochen + 2 Wochen = 4 Wochen . Wir wurden auch andauernd gefragt, ob wir uns Vorstellen könnten, hier Urlaub zu machen (Gefühlte 5-6 Mal). Nach ca. 10 Minuten sollten wir uns einen Tisch setzen, hier kommt gleich der Chef und der wird uns alles vorrechnen.
(Der Preis wurde uns bis zum Ende bewusst verschwiegen)

Jetzt sitzen alle am Tisch – und der Chef fragt, ob wir uns Vorstellen können hier Urlaub zu machen. Wir sagen ja – dann kam die merkwürdigste frage. “ Können Sie gleich eine Entscheidung treffen “ Ich sagte : “ Ich werden keine Entscheidung treffen “

Somit hat der „Chef“ wohl gemerkt, dass wir nicht bereit sind, einen Vertrag zu unterschreiben und hat uns prompt verabschiedet. (Ohne ein Händeschütteln versteht sich)

Im Großen und ganzen habe ich mich über mich geärgert, die Führung ging ganze 3,5 Stunden.
Ich hätte auch mehr Trinken sollen – am besten was Teueres 🙂 Kann ich auch nur jedem empfehlen, gut zuschlagen- wir waren leider zu bescheiden.

Insgesamt hat Anfi der Ausflug folgendes gekostet:

– sein Ruf, dieser ist schon seit 2000 verschmutzt und wird es auch immer sein.
– Die Taxifahrt von und zum „Schwesterhotel“ ca. 20.-€
– Getränke ca. 10.-€
– 3,5 Stunden Verkaufsgespräch – je nach Stundenlohn
– Hätten diese uns von unserem Hotel abgeholt ca. 100.-€

Natürlich haben diese auch erfolge – nur eben nicht bei uns. Und wenn Verträge/Rechte zwischen 4000-6000.-€ geschlossen werden, ist diese Investition ein Lacher.

Meine Nachricht an alle – lasst euch nicht auf so einen Blödsinn ein, es war im Jahre 2000 schon Mist und ist es heute ebenso… die Anfi Gruppe benötigt wahrscheinlich Geld – so sieht es zumindest aus.
Für dieses Geld können Sie schönerer Urlaube machen – für 5000.-€ brauche ich kein Wohnrecht für 2 Wochen ohne Flug und Speisen in der Abgelegensten ecke… es ist nutzlos.

viele Grüße

der Urlauber

Kommentar von Bescheisser Republik Deutschland |

Dass es das immer noch gibt, vergleiche:
FOCUS Magazin | Nr. 20 (1995)
TIME-SHARING
Moderne Bauernfänger
Montag, 15.05.1995, 00:00 · von Christian Gottwalt

Kommentar von cefalu |

Wir haben genau dieselbe Erfahrung schon 1995 dort gemacht. Damals sollten 14 Tage Timesharing 30.000 DM kosten. Der Verkäufer „bestand“ darauf, sich am selben Tag entscheiden zu müssen, verzog mit vielerlei Argumenten (z.B. besserwissende Freunde, Bedenken usw.) sein Gesicht, ich habe ihm gesagt, dass ich „immer“ einmal darüber schlafe, das wars dann für ihn.
Der „Gewinn“ waren 14 Tage in einem drittklassigen Hotel, zu einer ganz bestimmten Zeit ohne alles, also unannehmbar, so war es auch gedacht.

Kommentar von G. Holland |

Hallo…. Leider haben wir in eine Falle geraten vom Holiday Club Resorts. Da müssten wir auch sofort entscheiden und sofort 2000 € einzahlen usw. Da wollte ich schon nicht , mein Mann aber. Ich will da raus . Können Sie mir bitte helfen? Was muss ich tun , um aus dieser Geschichte raus zukommen ?! Mein Mann will natürlich nicht, da wir ja schon so viel eingezahlt haben. ……

Kommentar von Fastermann |

Guten Tag

Wir haben leider ein großes Problem. Wir wurden vorgestern am vorletzten Tag unseres schönen Urlaubs auf Gran Canaria sozusagen auch abgefischt auf der Strandpromenade in playa del ingles von einem Rubbellos Verkäufer angesprochen worden. Uns wurde ein Geschenk versprochen und sich das Hotel anzuschauen. Leider war meine Freundin so überwältigt das wir die Vereinbahrung zu einer Unterkunfsreservierung bei Anfi Dreams unterschrieben haben. Da es sehr viele schlechte Erfahrungen im Internet gibt möchten wir aus diesem Vertrag. Kennen uns im spanischen Recht nicht aus. Könnten Sie uns dort weiterhelfen?

Wir haben schon 900 Euro Vorauszahlung geleistet.

mfg

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