von Thomas Vollmer (Kommentare: 1) in Kategorie » Gran Canaria «

Aufstiegspartie zwischen Las Palmas und Cordoba endet in schmachvollem Chaos

Es war die Chance, nach Jahren der Zweitklassigkeit wieder in die oberste Fußballliga Spaniens aufzusteigen. Die Spieler der UD Las Palmas de Gran Canaria hatten es so gut wie geschafft. Doch dann kamen die Randalierer und machten den Traum zunichte.

1:0, es war die 48. Minute in der für Las Palmas und Cordoba gleichermaßen wohl wichtigsten Partie der letzten Jahre, als Apoño für die UD einen entscheidenden Treffer landete. Bis zur 92. Minute sah es denn auch so aus, als könnte Gran Canaria ein riesiges Fußballfest feiern. Doch dann stürmten etwa 200 Rowdies das Spielfeld und zerstörten die Hoffnungen von Mannschaft und Anhängern.

30 Sekunden vor Schluss kamen die Chaoten

Nur wenige Sekunden vor dem Abpfiff hielt es einige der sogenannten Fans der UD Las Palmas nicht mehr auf ihren Plätzen. Obwohl der Schiedsrichter das Spiel noch nicht beendet hatte, überwanden die Chaoten die Absperrungen und stürmten auf den heiligen Rasen. Dies führte unverzüglich dazu, dass der Unparteiische die Partie unterbrach und damit drohte, das Spiel abzubrechen, falls die Störer die Spielfläche nicht verlassen würden.

Nach einigen Minuten hatte sich die Lage soweit beruhigt, dass es Schiedsrichter José María Sánchez Martínez opportun erschien, die letzten Sekunden der Begegnung wieder freizugeben. Dabei hatte er die unbeherrschten Anhänger von Las Palmas ständig im Blick. In dieser angespannten Lage gab er das Zeichen zum Wiederanstoß, um das Spiel endlich regelkonform zu Ende zu bringen. Die Spieler beider Mannschaften waren von den Vorfällen auf dem Rasen so verwirrt, dass sie wohl die Übersicht über das Geschehen verloren hatten.

Lediglich Uli Dávila nutzte die allgemeine Konfusion, um in Ballbesitz zu gelangen und den Ausgleich für Cordoba zu erzielen. Das war das Ende der Träume von Las Palmas. Ein Unentschieden bedeutet, dass die Andalusier statt der Canarios die nächste Saison in der Oberklasse des spanischen Fußballs verbringen werden. Und wiederum nur wenige Sekunden nach diesem alles entscheidenden Treffer und etwa eine Minute nach dem Wiederanstoß, markierte ein weiterer Pfiff des Schiedsrichters das endgültige Ende des Spiels. Aus und vorbei war es mit den Hoffnungen auf die Erstklassigkeit, die schon zum Greifen nah war. 30 Sekunden hatten gefehlt. 30 Sekunden, die 200 Chaoten nicht warten konnten. Sie haben das Spiel vergeigt und mit ihrem unverantwortlichen Handeln den mehr als 30.000 Anhängern der UD Las Palmas im Stadion, die sich fair und anständig verhalten haben, ein rauschendes Fest zerstört.

Auch nach dem Abpfiff chaotische Szenen

Auch nach dem Abpfiff spielten sich auf dem Rasen unmögliche Szenen ab. Die Chaoten stürmten erneut das Spielfeld, das Spieler und Schiedsrichter unter dem Schutz der Sicherheitskräfte fluchtartig verlassen mussten. So endete der Traum vom Aufstieg der UD Las Palmas de Gran Canaria im Chaos und mit der bitteren Erkenntnis, dass nicht die Leistung der Spieler, sondern die Randale einiger Weniger dieses entscheidende Match letztendlich entschieden hat.

Die Verbitterung unter den echten Fans ist verständlicherweise riesengroß. In den Kommentaren auf Facebook und Co. machen sie ihrem Ärger über die Randalierer Luft und suchen nach Schuldigen. Ausnahmsweise ist es diesmal bei den meisten nicht der sonst bei Fans für solche Schmach verantwortliche Schiedsrichter, sondern die Chaostruppe aus den eigenen Reihen. Gegen die hilft nicht mal Conchita Wurst, die eigentlich alles so wunderbar in die Wege geleitet hatte. Fast wären die absonderlichen Prophezeiungen, die in den Tagen vor dem Spiel in den Sozialen Netzwerken gepostet worden waren, in Erfüllung gegangen. Aber gegen Unvernunft und Randalierer hatten sie keine Chance.

 

Kommentare

Kommentar von Bella |

Hallo Thomas, treffende Worte, gute Zusammenfassung. Aber immerhin die zwei Dutzend Fans aus Cordoba hatten Grund zur Freude. Grmpf. Den ersten Flitzer der den ausgewechselten Momó angebetet hatte, fand ich ja noch lustig, aber das war wirklich kein schönes Ende einer guten Saison.
Grüße,
Bella

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