von Thomas Vollmer (Kommentare: 1) in Kategorie » Fuerteventura «

Regierungspräsident von Fuerteventura bleibt trotz Bohrstopp skeptisch und kampfbereit

Der staatliche Ölkonzern Repsol hat bekannt gegeben, die Suche nach Öl und Gas vor den Küsten einzustellen. Dies bestimmte gestern die Berichterstattung in den Zeitungen des Archipels.

Die weitaus meisten Bürger und viele Politiker sind erfreut über das Aus der höchst umstrittenen Bohrungen. Die Reaktion des Regierungspräsidenten von Fuerteventura, der zu den vehementesten Gegnern der Ölsuche gehört, war eher von Skepsis gezeichnet. Mario Cabrera sieht den Kampf noch lange nicht gewonnen. Außerdem sieht er in der Ankündigung von Repsol einen strategischen Rückzug aus politischen und wirtschaftlichen Gründen. Die Erklärung des Unternehmens schließt nämlich nicht aus, dass der Konzern nach dem Ansteigen der Rohölpreise, die sich derzeit auf einem Tiefstand befinden, nicht zurückkehrt und doch noch weitere Bohrungen vornimmt. Neben diesen ökonomischen Gründen findet Cabrera aber auch politische Motive. Um der Partido Popular, deren Führung zu den größten Unterstützern des Projektes gehört, keine weiteren Probleme bei den kommenden Wahlen im Mai zu bereiten, würde sich der Staatskonzern derzeit mit unpopulären Entscheidungen zurückhalten, so der Inselpräsident. Nach den Wahlen könnte dies seiner Meinung nach jedoch ganz anders aussehen.

Soria fordert Entschuldigung

José Manuel Soria, Spaniens Energieminister, betrachtet die Nachricht, dass keine nennenswerten Energiereserven in Kanarischen Gewässern schlummern als äußerst negativ für die Wirtschaft der Kanaren und des gesamten Landes. Soria, der von Gran Canaria stammt, hatte sich massiv für den Ölkonzern und dessen Pläne stark gemacht. In seiner Heimat hatte ihm diese Position viele Gegner beschert. Er forderte nun von den für den massiven Protest verantwortlichen Politikern auf den Inseln, sich bei der Bevölkerung für die „enorme Farce“ und die damit verbundenen Kosten zu entschuldigen. Das Geld, das die Aktionen verschlungen haben, hätte in seinen Augen für wichtigere Dinge eingesetzt werden können. Dass dieses Geld sinnvoller hätte ausgegeben werden können, sehen sicher viele Menschen auf den Kanaren genauso. Allerdings war es Soria, der mit seinen Entscheidungen dafür gesorgt hat, dass sie überhaupt nötig war.

Kommentare

Kommentar von traude |

Repsol ist kein staatlicher Konzern. Er ist ein rein privates Unternehmen. Darum fällt es auch schwer zu verstehen warum die spanische Regierung einem privaten Unternehmen ein spanisches Marineboot als Leibwache zur Verfügung stellt. Soria sollte diese Ausgaben den Steuerzahlern zurückgeben!

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